Tierpension

Tierparadies bieten Ferienangebot mitten in Oberhausen

Was für ein Hundeleben: Nach viel Gebuddel im Garten ruht man sich erst mal im Körbchen oder auf dem Sofa aus.

Foto: Michael Dahlke

Was für ein Hundeleben: Nach viel Gebuddel im Garten ruht man sich erst mal im Körbchen oder auf dem Sofa aus.

Alt-OBerhausen.   Ulrich Busch hat sein Hobby zum Beruf gemacht: mit einer Tierpension und Betreuung. Hunde, Katzen, Vögel und Kaninchen: Für alle gibt es Platz.

Das Paradies für Hund, Katze, Huhn oder Papagei liegt mitten in Oberhausen. An der Sanderstraße 22 verspricht ein Schild „Tiere in prima Pflege (sprich, TIPP)“. Auf dem Areal einer ehemaligen Schreinerei scheinen die Bewohner einer kleinen Arche Noah an Land gegangen zu sein. Der Oberhausener Ulrich Busch betreut hier nicht nur tagsüber Hunde, deren Halter arbeiten. Hunde, Katzen, Vögel oder Kaninchen finden in der tierischen Pension auch ein vorübergehende Zuhause, wenn ihre Menschen verreisen.

Einige Hunde, Tagespensionsgäste, genießen gerade in ihrem Auslauf das schöne Wetter. „Sie haben sich einen richtigen Wolfsbau gebuddelt“, zeigt Busch auf ein großes Erdloch unterhalb eines Baumes. In der Höhle hätte sogar ein großer Schäferhund Platz. Doch was die Größe betrifft ist Beagle Paul hier das Maß aller Dinge.

Große Hunde haben Möbel beschädigt

„Größere Hunde nehmen wir nicht mehr – bis auf die Tiere von unseren langjährigen Kunden“, sagt Busch. Er führt zwei Gründe an. Zum einen haben die Hunde hier richtige Zimmer mit Möbeln. Auch Sofas und Betten gehören dazu, damit sie sich ganz wie zu Hause fühlen. „Es ist immer öfter passiert, dass große Hunde ihre Zimmer komplett auseinandergenommen haben“, erzählt Busch. Und immer wieder so große Möbelteile zu entsorgen, sei einfach zu teuer.

„Außerdem bin ich jetzt 60 geworden“, erklärt der Tierfreund. Einen großen, wilden, nicht erzogenen Hund an der Leine fest zu halten, ist auch nicht gerade einfach“, sagt er. Dabei gibt es viele Halter großer und kleiner Hunde, die einen Platz für ihr Tier suchen. „Wir könnten hier noch 100 Hunde aufnehmen“, erklärt Busch die Kapazität. Doch in diesem Bereich seien sie ausgelastet.

Für Katzen ist fast immer Platz

Anders sieht es bei den Katzen aus. „Da geht fast immer noch was“, verspricht Busch. Doch auch hier sollte man sein Tier zwei bis drei Monate vorher anmelden. Überhaupt die Katzen: Ihre Zimmer sind groß, hell, in leuchtend bunten Farbtönen gestrichen. Es gibt Kratzbäume über Kratzbäume, Kuschelverstecke, Spielzeuge, Plüschtiere, saubere Toiletten, aufgereiht wie kleine Soldaten.

In einem Zimmer thront ein schwarz-weißes Kätzchen auf einem Bett. Manche Katzen kommen ins Gemeinschaftszimmer. Doch während die Hundegruppen ihr Leben in kleinen Rudeln sichtlich genießen, mögen Katzen fremde Artgenossen oft gar nicht. Für die kleinen Eigenbrötler gibt es Einzelzimmer. Auch mehrere Katzentiere aus einem Haushalt können so ein Zimmer beziehen.

„Ich werde arbeiten, bis ich umkippe.“

In den Volierentrakt dürfen die kleinen Jäger natürlich nicht, auch wenn sie bestimmt nichts gegen einen Ausflug dorthin einzuwenden hätten. Doch der hübsche bunte Kanarienvogel-Hahn hätte sicher was dagegen. Der Feriengast hat es schon bis ins 14. Lebensjahr geschafft. Damit liegt er bereits vier Jahre über dem Schnitt. Ein bisschen was geht da noch. Neben ihm – in einem anderen Käfig – wartet noch ein Kanariepärchen auf die Rückkehr seiner Menschen.

Busch selber hält zwei Collies, Katzen, ein Pärchen Graupapageien, Zebrafinken, einen Zwerg-Ara, Kaninchen, Hühner, Gänse, bald auch wieder Zwerg-Ziegen. „Das ist mein Hobby“, sagt er über Job und private Tierhaltung auf dem Gelände der früheren Schreinerei seines Vaters. „Ich werde arbeiten, bis ich umkippe“, erklärt er. Das Rentnerdasein sei nichts für ihn. „Mein Vater hat auch gearbeitet, bis er 80 war“, sagt Busch.

>>> Unterkunft für tierische Pensionsgäste

Gemeinsam mit Gerhard Wölki machte Ulrich Busch mit der Tierpension TIPP sein Hobby zum Beruf. Vor über zehn Jahren eröffneten die Männer TIPP, wobei sich Wölki mehr um die Bürokratie kümmert. Die Kosten betragen pro Hund als Pensionsgast 18 und als Tagespflege-Tier zwölf Euro.

Die Unterbringung einer Katze in einem Einzelraum kostet 13 Euro, im Gruppenraum zehn Euro. Tiere werden mit ihrem gewohnten Futter versorgt und bei Bedarf mit Medikamenten. Kontakt: 0160/3727682.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik