Tradition Bergbau

Vitrine erinnert an den Kohleabbau in Oberhausen

Rudolf Anglowski an der Vitrine mit den Erinnerungsstücken an den Bergbau. Sie steht in der St.-Antonius-Kirche in Alstaden.

Rudolf Anglowski an der Vitrine mit den Erinnerungsstücken an den Bergbau. Sie steht in der St.-Antonius-Kirche in Alstaden.

Foto: Christoph Wojtyczka

OBERHAUSEN.  In der Kirche St. Antonius in Alstaden gibt es Erinnerungsstücke an den Bergbau. Rudolf Anglowski von der Kolpingsfamilie hat sie gesammelt.

Die Bergbaugeschichte Alstadens endete schon vor mehr als 40 Jahren, aber sie ist mit dem Stadtteil untrennbar verbunden und ebenso mit der Geschichte der Kirche St. Antonius. Die wäre nämlich an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert ohne die Zeche und den von ihr ausgehenden Bevölkerungszuzug kaum erbaut worden. Die in Alstaden seit 1948 sehr aktive Kolpingsfamilie hat jetzt in der Kirche am Antoniusplatz eine Vitrine mit Erinnerungen an den Bergbau aufgestellt.

Vorsitzender Rudi Anglowski (75) hat einst auf der Zeche Sterkrade gelernt und wurde dann auf der Zeche Osterfeld beschäftigt, bevor er den Bergmannskittel mit der Polizeiuniform tauschte. Aus seiner Sammlung kommen die Memorabilien: Knappenbrief, Geleuchte aus verschiedenen Zeiten, sein alter Lederhelm, der unter Tage zu tragen war, Knieschoner, aber auch ein aus dem oberschlesischen Revier stammendes und in Kohle geschnitztes Relief von Papst Johannes Paul II. gehören dazu. Dass die Schutzpatronin der Bergleute, St. Barbara, vor einem Stück Kohle nicht fehlen darf, ist selbstverständlich.

Väter erklären ihren Kindern die Bergbauwelt

Gerd Steinforth, Kolpingsbruder und ehemaliger Küster an St. Antonius, freut sich, dass die kleine Ausstellung viele Betrachter findet: „Besonders nach Kinder- und Familienmessen halten sich immer noch viele Väter mit ihren Kindern vor der Vitrine auf und erklären.“ Auch wenn der „Pütt“, wie die Zeche Hibernia im Volksmund hieß, an der Behrensstraße längst „zu“ ist, sind doch sehr viele Alstadener dem Bergbau nach wie vor verbunden. „Auf diese Tradition“, so Anglowski, „wollen wir mit unserer kleinen Ausstellung hinweisen, sie wollen wir auch im Bewusstsein halten.“

Der Arbeiterschaft eng verbunden

Natürlich hofft er auch darauf, die Kolpingsfamilie damit mal wieder ins Gespräch zu bringen. Immerhin sind die Alstadener Freunde des „Gesellenvaters“ Adolph Kol­ping, der als „Sozialapostel“ gerade in Arbeiter- und Handwerkerkreisen stets einen hervorragenden Ruf genoss, Träger eines rührigen Vereins. Längst ist es nicht mehr selbstverständlich für die im Prinzip überall vertretenen Kolpingsvereine, dass sie sich jeweils montags treffen. Anglowski: „Wir sind einer der letzten, und wir haben eigentlich an jedem Montag Programm.“

Treffen montags im Bernardushaus

Die Kolpingsfamilie Alstaden trifft sich an jedem Montag um 19 Uhr im Bernardushaus am Anto­niusplatz.

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