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Weihbischof beantwortet Schülerfragen in Oberhausen

Talkrunde mit Weihbischof Ludger Schepers (re.), neben Schulleiterin Ursula Niemann. Schulsprecherin Chiara Scribano (li.) übermittelte die Schülerfragen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Talkrunde mit Weihbischof Ludger Schepers (re.), neben Schulleiterin Ursula Niemann. Schulsprecherin Chiara Scribano (li.) übermittelte die Schülerfragen.

Oberhausen.  Spannendes Interview in der Aula der Anne-Frank-Realschule. Ludger Schepers knüpfte konstruktiv den Gesprächskontakt zu jungen Menschen.

Einen prominenten Gast aus dem Ruhrbistum konnte das Team der Anne-Frank-Realschule am Dienstag begrüßen: Weihbischof Ludger Schepers stattete der Schule eine Visite ab und kam mit jungen Menschen aus den Jahrgangsstufen 5, 6, 7 und 10 dabei allerbestens ins Gespräch.

In der Aula versammelten sich die Schülerinnen und Schüler aus dem katholischen Religionsunterricht der besagten Stufen und stellten Fragen, die sie zuvor im Unterricht vorbereitet hatten. Schulsprecherin Chiara Scribano hatte diese Fragen auf der Bühne parat. Dort hatte sie zusammen mit Ludger Schepers und Schulleiterin Ursula Niemann an einem kleinen Tisch Platz genommen – entspannte Talkshow-Atmosphäre also in der Aula, was der Veranstaltung atmosphärisch sehr gut tat.

Sex und Drugs seien die Themen der Zeit gewesen

Es war mucksmäuschenstill, als der Weihbischof die Schülerfragen beantwortete. Und diese Fragen fielen sehr konkret aus: Wann wussten sie, dass Sie Priester werden wollten? Mit 24 Jahren sei das für ihn endgültig klar gewesen, antwortete der Weihbischof, der sich nicht darauf beschränkte, Standardformulierungen zu wählen, sondern einen persönlichen Einblick in sein Leben gab. Es sei damals gar nicht so einfach für ihn gewesen, seinen Berufswunsch des Priesters zum Beispiel gegenüber Bekannten und Freunden zu benennen. „Das war nach der 68er-Bewegung, in den 1970er Jahren. In politisch sehr bewegten Zeiten also“, erklärte Schepers. Nicht Kirche und Glauben seien die Themen der jungen Menschen jener Zeit gewesen, sondern „Sex und Drugs war das Thema“, wie der Weihbischof überraschend deutlich erklärte.

Besonders eindringlich fielen dann jene Augenblicke der Veranstaltung aus, als der Weihbischof seine persönliche Motivation zum Glauben schilderte: „Der Glaube an Jesus Christus als an jemanden, der wie ein Freund ist, bereichert mein Leben“, sagte Schepers. Viele inspirierende Menschen, denen er begegnet sei, hätten dazu beigetragen. Der prominente Gast sprach auch von jenen Momenten, in denen er am Glauben gezweifelt habe; zum Beispiel, als ein guter Freund gestorben sei. „Ja, ich war richtig außer mir, ich war sauer!“

„Gott ist Mensch geworden“

Was aus seiner Sicht das größte Argument für den Glauben sei? Auch das wurde der Weihbischof von den Schülern gefragt. Er antwortete: „Für mich ist das größte Argument, dass Gott selber Mensch geworden ist.“

Ob er den Papst schon persönlich getroffen habe? Auch das wollten die Schüler wissen. „Ja“, antwortete Ludger Schepers, der sogar gefragt wurde, ob er selbst gerne Papst werden würde: „Nein, auf keinen Fall!“ Er wolle sich von protokollarischen Zwängen nicht zu sehr einengen lassen und liebe seine Aufgabe als Weihbischof, weil er dabei so vielen Menschen begegne.

Und dass Schepers solche Begegnungen liegen, zeigte er in der Anne-Frank-Realschule wunderbar.

>>> Abitur am Novalis-Gymnasium

Ludger Schepers wurde in Oberhausen-Osterfeld geboren.

Er machte im Jahr 1972 am damaligen Novalis-Gymnasium Abitur.

Schepers studierte Theologie in Bochum und Freiburg.

Zu seinen biographischen Stationen zählt auch das Amt des Stadtjugendseelsorgers in Oberhausen.

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