Werbeverbot

Oberhausen verbannt Bordell-Werbung von öffentlichen Flächen

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oberhausen, Britta Costecki, hat sich für den Verzicht von Bordell-Werbung auf öffentlichen Anzeigeflächen stark gemacht.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oberhausen, Britta Costecki, hat sich für den Verzicht von Bordell-Werbung auf öffentlichen Anzeigeflächen stark gemacht.

Foto: Jörg Schimmel

Oberhausen.   Sexistisches Marketing sorgte in der Vergangenheit für Kritik in Oberhausen. Betreiberfirma sichert die Zurückhaltung vertraglich zu.

Im Kampf gegen sexistische Werbung ist Oberhausen ein Erfolg gelungen: Die Werbefirma Ströer, die mehr als 65 Anzeigetafeln und 120 Litfaßsäulen im öffentlichen Raum in Oberhausen betreibt, hat sich vertraglich dazu verpflichtet, auf Werbung für Bordelle zu verzichten. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Britta Costecki, begrüßt dies.

Es sei zudem positiv, dass die Wahrnehmung gestiegen ist, meint Costecki: „Ich hatte jüngst zwei Meldungen von Bürgerinnen, denen die Werbung von Oberhausener Händlern aufstieß. Der eine Anbieter will die Werbung Stück für Stück reduzieren, der andere hat die Werbung direkt von den Werbeflächen genommen. Das finde ich super.“

Kritisch sieht sie hingegen, dass Frauen sich zum Teil unsicher in Oberhausen fühlen. „Wir müssen es hinbekommen, dass man sich als Frau in dieser Stadt gut und sicher bewegen kann ohne belästigt zu werden“, sagt sie im Interview. Das Thema Belästigung werde zu sehr heruntergespielt – auch wenn es die „Me Too“-Debatte gibt. „Bei Me Too geht es um das Ausleben von Macht und von Geld, das schiebt man weit weg. Aber wenn jemand einer Frau zu nah kommt, bringt sie das nicht in ein solches Belästigungsszenario. Alltagssexismus muss deutlicher bekämpft werden.“

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