Aktenvernichtung

Oberhausener Alt-OB erstaunt über Wertstoff-Preis der WBO

Der Oberhausener Alt-Oberbürgermeister Friedhelm van den Mond (SPD) in seiner Wohnung.

Der Oberhausener Alt-Oberbürgermeister Friedhelm van den Mond (SPD) in seiner Wohnung.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Für einen Kofferraum voller vertraulicher Papiere müssen Oberhausener 16 Euro beim Wertstoffhof zahlen, wenn sie diese sicher vernichten wollen.

Mit seinem ureigenen trockenen Humor hat der Oberhausener Alt-Oberbürgermeister Friedhelm van den Mond eine recht teure Vernichtung ein paar vertraulicher Dokumente beim Wertstoffhof der Wirtschaftsbetriebe WBO kommentiert. Für die sichere Zerstörung ein paar alter Kontoauszüge, Einkommenssteuererklärungen und Rechnungen in einer kleinen Klappbox hat van den Mond 16 Euro zahlen müssen. „Freudig erregt zahlte ich die Summe direkt vor Ort, ich wusste ja als Alt-Oberbürgermeister: Wir sind eine bürgernahe, aber arme Stadt“, schreibt der Sozialdemokrat in einem kurzen humorvollen Brief über sein Erlebnis an die Redaktion. Friedhelm van den Mond, bald 87 Jahre alt, war von 1979 bis 1997 Stadtoberhaupt von Oberhausen.

Er hatte sich auf die offizielle Preisliste der WBO verlassen, über die die WAZ vor gar nicht langer Zeit berichtete. Danach kostet die sichere Entsorgung eines Kofferraums voller Akten und Dokumente 16 Euro. „Der kleine Artikel hat mich an die Arbeit gebracht – die alten Papiere passten in eine halbe Klappkiste. Was mag so eine Menge wohl kosten, habe ich mich gefragt. Na, wenn ein Kofferraum 16 Euro ausmacht, werde ich wohl fünf Euro bezahlen müssen.“

In eine sichere Box gepackt

Falsch kalkuliert – denn die Mitarbeiter am Wertstoffhof haben nach Angaben der Wirtschaftsbetriebe korrekt gehandelt: Es gibt keine kleinere Aktenvernichtungsgröße als ein Kofferraum. Man muss also immer 16 Euro zahlen, auch wenn man nur drei alte Kontoauszüge sicher vernichten lassen will. Ein Kombi voll kostet übrigens 31 Euro, ein Kleintransporter bis zu 115 Euro.

Die WBO-Mitarbeiter packen nach Angaben des Unternehmens die Akten und Datenträger mit vertraulichen Daten in eine sichere Box, die von Rhenus Data Office abgeholt wird und in Ratingen sicher nach offiziellen DIN-Kriterien zerstört wird. Warum die kleinste Größe auf einen Kofferraum festgelegt wurde, bleibt allerdings unklar.

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