Sozial-Aktion

Oberhausener Arbeitsvermittler engagieren sich im Ehrenamt

Drei Arbeitsvermittler sowie Teamleiterin Sabine Knapstein haben einen Tag lang 36 Stühle, zwei Kippstühle, acht Küchentische, einen Wohnzimmerschrank sowie einen großen Küchentisch für den Friedensdorfladen zusammengeschraubt.

Foto: Hübner

Drei Arbeitsvermittler sowie Teamleiterin Sabine Knapstein haben einen Tag lang 36 Stühle, zwei Kippstühle, acht Küchentische, einen Wohnzimmerschrank sowie einen großen Küchentisch für den Friedensdorfladen zusammengeschraubt. Foto: Hübner

oberhausen.   Das 18-köpfige Team vom Arbeitgeber-Service bringt setzt sich einen Tag lang an unterschiedlichsten Orten fürs Allgemeinwohl ein.

Schubkarren beladen und über einen Acker schieben gehört eigentlich nicht zur Berufsbeschreibung von Martin Mayr. Üblicherweise verbringt er den Vormittag auch eher am Schreibtisch als im Auswilderungsgehege für Eichhörnchen. An diesem Tag läuft aber alles mal anders.

Unter dem Motto „Der Arbeitgeber-Service hilft mit“ tummelt sich das komplette Team der Arbeitsvermittler von Arbeitsagentur und Jobcenter jeweils für einen Tag im Sozialbereich – hilft im Tierschutz, im Friedensdorf oder in Behinderteneinrichtungen mit. Die Idee dazu ist in den eigenen Reihen entstanden. „Wir wollten als Team mal ein kleines Dankeschön an die Menschen richten, die im Ehrenamt immer still und leise so viel für diese Stadt tun“, sagt Kristina Kraus, Teamleiterin des Arbeitgeber-Service beim Jobcenter.

Insgesamt 18 Arbeitsvermittler haben an den unterschiedlichsten Orten zugepackt: Kristina Kraus hat bei der Frühförderung der Lebenshilfe mitgewirkt. „Was man als Laie da so tun kann – dekorieren helfen, vorlesen, Handlangertätigkeiten, Sing- und Klatschspiele mitmachen“, erzählt sie. Andere Kolleginnen und Kollegen haben im Friedensdorf mit Schraubendreher und Inbusschlüssel hantiert, um Ikea-Möbel für die Einrichtung des neuen kleinen Verkaufsladens im Dorf zusammenzubauen. Wieder andere haben bei der Tiertafel ausgeholfen und Hunde- und Katzenfutter an bedürftige Tierhalter ausgegeben.

Arbeitsvermittlerin Sandra Kocks hat die Aktion mitinitiiert und greift an diesem Tag den Ehrenamtlichen im Trödelladen des Tierschutzvereins an der Stöckmannstraße unter die Arme, um gespendete Bücher, Haushaltswaren und Bekleidung zu sortieren und verkaufsfertig zu machen. Die Erlöse daraus kommen der Tierschutzarbeit zugute – etwa dem Eichhörnchen-Auswilderungsgehege in der Nähe von Haus Ripshorst, wo ihre Kollegen Tanja Kroll und Martin Mayr zeitgleich damit beschäftigt sind, das Gehege nach unten mit Folie und Erde abzudichten, um unerwünschte tierische Besucher auszusperren, die sich unterm Zaun durchgraben und den Eichhörnchen das Futter stehlen.

Fritzi Meyer vom Tierschutzverein erklärt, wie man sich am besten mit Otti, dem Eichhörnchen, das wegen einer Kieferverletzung nicht mehr ausgewildert werden kann, weil es sonst verhungern müsste, und seinem Kollegen nähert: Eine Portion Haselnüsse und Möhrchen seien hilfreich. Die Arbeiten am Gehege müssen fertig werden, bevor die ersten neuen Eichhörnchen abgegeben werden, die aus dem Nest gefallen sind.

„Im letzten Jahr wurden uns sehr viele Eichhörnchen gebracht“, erzählt sie. Tanja Kroll und Martin Mayr finden Gefallen an ihrer Arbeit im Tierschutz – und zollen den Ehrenamtlichen dafür ihre Anerkennung: „Um die Tiere muss man sich ja täglich kümmern“, sagt Mayr. Und seine Kollegin Tanja Kroll ergänzt: „Die können hier jede Hilfe gebrauchen.“

Teamleiterin Kristina Kraus zieht ein rundherum positives Fazit: „Es ist auch für uns gut, uns als Team ehrenamtlich einzubringen. Und vielleicht können wir damit auch manchem Kunden einen neuen Impuls geben. Für Menschen, die lange aus der Arbeitswelt raus sind, kann ein Ehrenamt zum Einstieg auch eine gute Sache sein, um wieder Tagesstruktur zu gewinnen.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik