Stadthalle

Oberhausener Köpi-Arena an Luise-Albertz-Halle interessiert

Die Luise-Albertz-Halle in Oberhausen soll zukünftig von einem privaten Unternehmen betrieben werden.

Foto: Kerstin Bögeholz

Die Luise-Albertz-Halle in Oberhausen soll zukünftig von einem privaten Unternehmen betrieben werden.

Oberhausen   Durch privaten Betreiber könnte der jährliche Zuschuss der Stadt reduziert werden. Betrieb von Stadthallen ist keine Pflichtaufgabe von Kommunen

Oberhausens gute Stube, die Luise-Albertz-Halle, sucht einen neuen Betreiber. Die Stadthalle, die heute Congress Centrum Oberhausen (CCO) heißt, soll aus Kostengründen privatisiert werden. Einen großen Interessenten gibt es bereits: die König-Pilsener-Arena.

Die Köpi-Arena bestätigt auf Anfrage der NRZ, „dass wir uns derzeit mit der Ausschreibung des CCO beschäftigen“, erklärt Sprecher Florian Wels. Für SMG, dem Betreiber der König-Pilsener-Arena, sei es als „weltweit erfolgreichster Betreiber von Multifunktionsarenen, Stadien und Kongresszentren“ normal, „dass wir uns bei einer solchen Ausschreibung beteiligen, um – wenn alles passt – unser Portfolio auch in Deutschland noch weiter auszubauen“, erläutert er weiter.

Derzeit ist ein sogenannter Dienstleistungskonzessionsvertrag ausgeschrieben. Der Vertrag mit dem neuen Betreiber soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten und bis zum 31. Dezember 2023 andauern. „Gegenstand des Vertrages sollen bestimmte Produktions-, Lager-, Gastronomie- und Personalräume nebst Außenfläche in beziehungsweise an dem CCO werden“, heißt es in der Ausschreibung.

Stadtrat entscheidet am Ende

Die Bewerbungsfrist für die Ausschreibung endet am 13. September. In seiner Sitzung am 19. September soll der Aufsichtsrat der Luise-Albertz-Halle über den Sachstand informiert werden. Am Ende entscheidet der Rat der Stadt.

Ende 2015 hatte der Rat die Verwaltung damit beauftragt, eine Privatisierung zu prüfen. Eigentlich sollte dieser Schritt bereits zum Januar 2018 vollzogen werden. Er sei aber durch den Geschäftsführerwechsel noch einmal aufgeschoben worden, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Seit Jahren wird die Luise-Albertz-Halle von dem Betreiber, der Stadt Oberhausen, bezuschusst. Klaus Lerch und Detlef Sprenger übernahmen die Geschäftsführung des Congresscentrums, nachdem der damalige Geschäftsführer der Halle, Hartmut Schmidt, nach der umstrittenen Vermietung der Räume an die AfD zurückgetreten war.

30 Prozent mehr Umsatz als 2016

Das Geschäftsführer-Duo konnte im Februar dieses Jahres eine verbesserte Bilanz vorlegen. Im Jahr 2017 lag der Umsatz bei 650 000 Euro – 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Je mehr Umsatz die Halle bringt, desto weniger muss die Stadt Oberhausen zuschießen – was wiederum der Haushaltssanierung zugute käme. Derzeit beträgt der Zuschuss 1,2 Millionen Euro.

Prinzipiell sei es für die Städte schwierig, einen Betreiber zu finden, weil Stadthallen – wie in Oberhausen – eher defizitär seien, erklärt Eberthard Kanski vom Steuerzahlerbund NRW. Der Betrieb sei keine verpflichtende Aufgabe von Kommunen. Aber: „Stadthallen gehören für mich zum urbanen Leben dazu“, sagt er.

Wie die neue Struktur der Luise-Albertz-Halle am Ende genau aussehen soll, sei Gegenstand von Detailverhandlungen. Man wolle nun erst einmal die Bewerbungen abwarten, erklären die beiden Geschäftsführer Lerch und Sprenger.

>>> Gastronom hat sich gerade erst angesiedelt

Im Januar 2018 hat sich „Charlie’s Kantine“ in der Luise-Albertz-Halle angesiedelt, der Gastronomiebetrieb bewirtschaftet die Veranstaltungen und bietet Mittagsmenüs an. Der Vertrag läuft zwei Jahre.

Auch die Vereine, die die Halle bislang gebucht haben, sollen die Räume weiterhin nutzen können, erklärt LAH-Geschäftsführer Lerch.

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