Brauchtum

Oberhausener Schützengilde: Von Nachwuchssorgen keine Spur

Sie waren zunächst Kontrahenten beim Königsvogelschießen der Bürgerschützengilde am Samstag an der Bismarckstraße. Aber dann gelang Christian Menzel der Königstreffer und er berief seine Freundin Dominique Zenz zur Königin.

Sie waren zunächst Kontrahenten beim Königsvogelschießen der Bürgerschützengilde am Samstag an der Bismarckstraße. Aber dann gelang Christian Menzel der Königstreffer und er berief seine Freundin Dominique Zenz zur Königin.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Von Nachwuchssorgen kann bei der Bürgerschützengilde Schönefeld keine Rede sein. Gleich sechs Kandidaten wollten jetzt Schützenkönig werden.

Es war am Samstagabend gegen 18.45 Uhr, als auf dem alten Schulhof des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums an der Bismarckstraße Jubel aufbrauste.

Denn beim 102. Schuss auf den Rumpf des Königsvogels bei der Allgemeinen Bürgerschützengilde Schönefeld stand der neue Schützenkönig fest: Christian Menzel (25) hatte es geschafft und den entscheidenden Treffer gelandet. Zusammen mit seiner Freundin Dominique Zenz (22) als Königin wird er in den nächsten zwölf Monaten den Verein repräsentieren.

Sechs Bewerber um die Königswürde

Sechs Bewerberinnen und Bewerber um die Königswürde hatte es gegeben. Die Gilde hat keine Nachwuchssorgen. „Wir haben seit Jahren konstant etwa 50 Mitglieder“, berichtete Ulrike Zenz, die Vorsitzende und amtierende Königin. Am kommenden Samstag, 27. Juli, 18.30 Uhr, beim Krönungsball in „Haus Union“, wird sie die Krone an ihre Tochter weiterreichen. Die hätte zwar gern selbst den Königsvogel vom mobilen Schießstand in einer Ecke des Schulhofs heruntergeholt, ist aber auch mit der Rolle als Begleiterin des Königs zufrieden. „Für mich ist es auch so etwas Besonderes, weil ich meine Mama ablöse“, erklärte sie.

Denn der Verein bedeutet ihr sehr viel. „Er ist meine Familie. Ich bin sozusagen hineingeboren.“ Das Zusammengehörigkeitsgefühl scheint das Besondere am Schützenwesen zu sein. Da waren sich am Samstagabend auch Majestäten aus anderen Vereinen nicht zu schade, mit anzupacken und die Klappbänke mit abzubauen. Richtig aufgeräumt werden sollte der Schulhof dann am Tag danach, verbunden mit einem geselligen Beisammensein. „Wir sind so ein bisschen Robin-Hood-mäßig: Einer für alle, alle für einen“, erklärte Ulrike Zenz.

Für alle Bewerber die erste Königswürde

Mit einem gut besuchten Bürgervogelschießen hatte das Schützenfest der Gilde am Freitagabend auf dem Schulhof begonnen. „Das war der gesellige Teil des Schießens“, berichtete die Vorsitzende. Am Samstagnachmittag waren die Schützen dann unter sich, rund 120 Personen, darunter Abordnungen fast sämtlicher anderen Oberhausener Schützenvereine. Eine kleine Zahl von Ehrengästen von Bezirks- und Kreisverband sowie Oberhausener Parteien hatte zunächst die Aufgabe, 16 kleine Eicheln von den Flügeln des Königsvogels abzuschießen. Im Anschluss daran zielten 62 Teilnehmer auf die sogenannten Pfänder des Königsvogels, also den Kopf, die Flügel, die Krone, das Zepter und den Reichsapfel.

Dann kam die große Stunde der sechs Königsbewerber, zu denen noch Nina und Wilfried Terhorst, Friedrich Meyer und Thomas Meike gehörten. „Für sie alle wäre es die erste Königswürde gewesen“, sagte Ulrike Zenz.

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