Schulsozialarbeit

Oberhausener Schulen fürchten Verlust von Sozialarbeitern

Gerade an den Grundschulen sind die Sozialarbeiter eingesetzt worden, deren Stellen aus den Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes finanziert werden – bis Ende 2018.

Gerade an den Grundschulen sind die Sozialarbeiter eingesetzt worden, deren Stellen aus den Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes finanziert werden – bis Ende 2018.

Foto: DPA/Felix Kästle

Oberhausen.   Ende des Jahres läuft die Förderung des Bundes für Sozialarbeiter-Stellen an Schulen aus. Stadt oder Land müssten in die Bresche springen.

Unruhe herrscht unter den Oberhausener Schulsozialarbeitern: Ende des Jahres läuft die Finanzierung für 8,5 Stellen aus. Die Mittel stammen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes (BuT) und sind bis Ende 2018 befristet. Davon betroffen sind vor allem die Grundschulen in Oberhausen, die durch dieses Geld jeweils von einer halben Stelle Schulsozialarbeit profitieren konnten.

Um den Verlust der Sozialarbeiter zu verhindern, müssten Stadt oder Land in die Bresche springen und die Stellen künftig finanzieren. Dafür müssten jährlich ab 2019 rund 544 000 Euro an Haushaltsmitteln für die 8,5 Stellen bereitgestellt werden.

Für die rund 50 Oberhausener Schulen gibt es derzeit 34,5 Stellen für Schulsozialarbeiter, darin enthalten sind die 8,5 Stellen aus den BuT-Mitteln. 11,5 Stellen fördert die Kommune, 14,5 Stellen finanziert das Land. Letztere Mittel sind bis 2020 verbindlich im Haushalt des Landes eingeplant. Dazu kommen noch einmal 11,5 Stellen, die einige Schulen selbst schaffen, indem sie Lehrerstellen umwandeln und dafür einen Schulsozialarbeiter beschäftigen.

Bedarf wächst an allen Schulformen

Bei einem Treffen von Politik, Schulen und Trägerverbänden zu Beginn dieses Schuljahres waren sich die Teilnehmer einig: „Die Schulsozialarbeit muss in Oberhausen weiterentwickelt werden.“ Denn der Bedarf für Sozialarbeit und sozialpädagogische Angebote wächst an allen Schulformen. So die Botschaft des Treffens, die der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit in einer Pressemitteilung veröffentlichte.

Danach haben die Sprecher aller Schulformen in Oberhausen deutlich gemacht, dass in den vergangenen Jahren bei den Schülern immer mehr soziale Probleme zu beobachten seien, dem die Schulen mit einem kontinuierlichen Unterstützungs- und Beratungsangebot begegnen müssten. „Wir brauchen an jeder Schule ein Helfersystem für benachteiligte Familien“, sagt Schulleiterin Susanne Amrehn, Sprecherin der Grundschulen in Oberhausen, im Gespräch mit dieser Zeitung. Das hieße: mindestens eine volle Stelle pro Schule.

Darüber hinaus lautet eine zentrale Forderung an die Politik: Für unbefristete Stellen in der Schulsozialarbeit zu sorgen. „Es wird immer schwieriger, gutes Personal für befristete Jobs zu finden. Und engagierte Kräfte bewerben sich von uns weg, wenn sie woanders eine sichere Arbeitsperspektive finden können“, berichtet Daniela Ostermann vom katholischen Jugendwerk „Die Kurbel“, einem Anstellungsträger für Schulsozialarbeiter.

Selbstverständlicher Bestandteil

Stefan Zimkeit will sich dafür einsetzen, dass die Schulsozialarbeit des Landes ausgeweitet wird und die 8,5 Stellen beibehalten werden. „Ich bin optimistisch, dass das gelingt.“ Die SPD-Fraktion im Landtag erarbeite eine Neukonzeption für die Schulsozialarbeit. „Sie muss ein selbstverständlicher Bestandteil an jeder Schule sein.“ Die Finanzierung aus vielen verschiedenen Töpfen sei nicht günstig.

>>> Angestellt bei Trägern der Jugendhilfe

Seit Anfang 2016 gibt es für die Schulsozialarbeit in Oberhausen ein Rahmenkonzept. Auf dieser Basis sollen die Schulen jeweils ein eigenes Konzept entwickeln. Die Sozialarbeiter sind, finanziert aus den Töpfen Bund, Land und Kommune, bei Trägern der Jugendhilfe angestellt.

Das sind in Oberhausen die Ruhrwerkstatt, die Awo, die Caritas, die Evangelische Jugend oder „Die Kurbel“.

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