Prozess

Oberhausener Tiertrainerin soll Hunde misshandelt haben

Eine Hundetrainerin aus Oberhausen muss sich vor dem Amtsgericht in Bottrop einer Klage stellen.

Eine Hundetrainerin aus Oberhausen muss sich vor dem Amtsgericht in Bottrop einer Klage stellen.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Oberhausen.  Eine Hundetrainerin aus Oberhausen steht vor Gericht. Sie soll in mehreren Fällen Hunde mit Schlägen und Tritten misshandelt haben.

Die Betreiberin einer Hundeschule aus Oberhausen muss sich derzeit wegen der mutmaßlichen Misshandlung von Hunden vor dem Amtsgericht Bottrop verantworten. Das Veterinäramt Oberhausen hat die Tiertrainerin angezeigt. Der Angeklagten wird vorgeworfen, Hunde mit Schlägen und Tritten misshandelt zu haben – während des Trainings in Anwesenheit der Hundehalter.

Drei Zeuginnen waren am Donnerstag, 4. Juni, geladen, nur eine kam in der zweistündigen Verhandlung zu Wort. Eine 53-jährige Dinslakenerin berichtete über ihre schlechten Erfahrungen mit der Hundetrainerin vor einem Jahr: In zwei Trainingseinheiten habe ihr damals fünf Monate alter Eurasier von der Tiertrainerin „mehrere Tritte in das Hinterteil und die Brust“ erhalten. Außerdem sei er mit der Leine am Halsband derart stark hochgerissen worden, dass er „mit allen Pfoten in der Luft hing“.

Veterinäramt Oberhausen sammelte Beschwerden gegen die Trainerin

Wie die Zeugin behauptet, sei ihr Hund durch das Verhalten der Trainerin verängstigt gewesen und könne auch heute keine Halsbänder mehr tragen. Rechtliche Schritte hat die Halterin direkt nach den Taten nicht eingeleitet. Erst eine negative Bewertung der Hundeschule im Internet, in der jemand eine ähnliche Erfahrung schilderte, habe sie stutzig gemacht.

Die Dinslakenerin nahm Kontakt auf und sei ans Veterinäramt Oberhausen verwiesen worden. Dort habe sie erfahren, dass bereits mehrere Beschwerden gegen die Tiertrainerin vorliegen. Das Kuriose: Die Angeklagte ist bekannt für ihren körpersprachlichen Ansatz in der Arbeit mit Mensch und Hund – also einer eher sanften Herangehensweise.

Verteidiger der Angeklagten fängt sich Rüge ein

Der dicke Aktenordner des Veterinäramts lag dann auch auf dem Tisch von Amtsrichterin Beben, die vor allem damit beschäftigt war, den Verteidiger der Hundeschulbetreiberin in Zaum zu halten. Der versuchte, die Dinslakener Zeugin durch eine äußerst lange, sehr emotionale Konfliktverteidigung in Widersprüche zu verwickeln, stellte schwer nachvollziehbare Detailfragen, verlangte WhatsApp-Sprachnachrichten und Chatverläufe, Gewichtspläne und eine Vorführung des Hundes beim nächsten Termin.

Seine forsche Art brachte dem Anwalt schließlich eine Rüge der Richterin ein. Das passiert nicht alle Tage. Ebenso erstaunlich ist, dass die Zeugin dem rhetorischen Beschuss standhielt. Am Ende blieben kaum neue Erkenntnisse und eine deutlich länger geratene Sitzung, ohne dass weitere Zeugen vernommen werden konnten.

Tierschutzorganisation Peta beobachtet den Fall

Klar ist: Der Fall hat bereits Tierschützer auf sich aufmerksam gemacht. Am Donnerstag mischte sich sogar der bekannte Leiter der Rechtsabteilung der Tierschutzorganisation Peta, Edmund Haferbeck, unter die Zuschauer. Beim Prozesstag waren alle Plätze trotz der coronabedingten Abstandsregeln im großen Saal 14 besetzt. Die Verhandlung wird am Dienstag, 9. Juni fortgesetzt.

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