Tierschutz

Oberhausener Verein braucht 10. 000 Euro für ein Taubenhaus

Eva Jahn ist Vorsitzende des Vereins „Stadttauben Oberhausen“.

Foto: Kerstin Bögeholz

Eva Jahn ist Vorsitzende des Vereins „Stadttauben Oberhausen“. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Die Taubenpopulation in Oberhausen wird zunehmend zum Problem. Ein Taubenhaus könnte helfen, die Zahl der Tiere zu kontrollieren.

Die Mitglieder des Vereins Stadttauben Oberhausen wissen nach einem Besuch der Stadt Wuppertal mit drei Taubenhäusern: „Ein Haus in der Größe, wie wir es benötigen, würde 10.000 Euro kosten.“ Das sagt Eva Jahn, die Vorsitzende des Vereins. Diese Summe sei für den Verein allein kaum zu stemmen. Sie brauchten deshalb dringend Sponsoren.

Nur so können die rund 600 Tauben der Innenstadt, die bei Zählungen mit Luftbildern ermittelt wurden, ein Zuhause erhalten. Und die Population der Tiere könnte durch den gezielten Austausch von Eiern kontrolliert werden.

Eine Stadt ohne spitze Stacheln und Netze

Eva Jahn zeichnet das Bild einer Stadt ohne spitze Stacheln und Netze zur Taubenabwehr, ohne halb verhungerte Vögel, die Passanten vor den Füßen herumlaufen. Die Aktion Taubenhaus scheint tatsächlich voran zu gehen. „Wir waren bei der Stadt und haben dort ein grobes Konzept vorgelegt“, sagt Jahn. In Kürze wollen sie der Oberhausener Stadtverwaltung ihre ausgearbeiteten Pläne zukommen lassen. „Dann hoffen wir auf ein grundsätzliches Okay für ein Taubenhaus.“

Im Anschluss müsste möglichst schnell ein Standort für das Taubenhaus gefunden werden. „Wir hatten schon das Bert-Brecht-Haus ins Auge gefasst“, sagt Jahn. Oder: Die ehemaligen Besitzer des Kaufhofs seien gar nicht abgeneigt gewesen. Doch das Gebäude wurde verkauft. Wie es bei den neuen Eigentümern aussehe, wisse man nicht.

Statik des Gebäudes entscheidend

„Wir könnten uns auch das Dachgeschoss eines Hauses vorstellen“, sagt die Taubenexpertin. Das müsse dann entsprechend umgebaut werden. Aber auch bei eigenständigen Taubenhäuser hängt es von der Statik des Gebäudes ab, ob man ein festes Holzhaus oder nur leichte Container nehmen kann. Auf jeden Fall benötigt man in einem Taubenhaus kleine Vorräume und auch eine Quarantänestation. Das Haus müsse so hoch liegen, weil die Tiere das mögen, aber auch um vor Vandalismus geschützt zu sein.

„Die Zeit drängt“, sagt Eva Jahn. Die Population nehme dramatisch zu. Sie selbst versorgt 40 Tauben zu Hause. „In der Zeit vom 24. März bis heute habe ich 157 Eier getauscht“, macht sie deutlich, wie schnell die Tiere zum Problem werden könnten.

Tägliche Arbeit von zwei bis vier Stunden

Sie erklärt auch, was alles geklärt werden muss, ehe ein Taubenhaus aufgestellt werden kann: Etwa, wie man das Futter dort hin bekommt. Wo man die Tonnen an Kot lässt. Oder wer die tägliche Arbeit von zwei bis vier Stunden übernimmt. Da könnte sich der Verein Ein-Euro-Jobber oder Ehrenamtliche vorstellen.

In diesem Jahr hat der Verein 263 Tiere aufgenommen, darunter 70 Ringeltauben. „Für diese brauchen wir dringend eine Auswilderungsstation“, sagt Jahn. Viele der Tiere waren schwer verletzt oder krank. Allein für Jungtiere setzt der Verein 30 Kilogramm Aufzuchtbrei ein.

Aufgenommen wurden aber nicht nur Tauben, sondern auch Mauersegler, Igel, Eichhörnchen, Meisen, Rotkehlchen, sogar sieben Katzenbabys. Ohne die Einnahmen aus dem Trödelgeschäft Trödel(Ei) wäre es problematisch geworden, etwa auch die Tierarztrechnungen zu begleichen.

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