Leistungsdiagnostik

Piks verrät Läufern in Oberhausen, wie fit man ist

Ein Pikser für 20 Mikroliter Blut: Bernard Ciraulo (li.) nimmt Sonja Henze einen Tropfen Blut ab.

Foto: Michael Dahlke

Ein Pikser für 20 Mikroliter Blut: Bernard Ciraulo (li.) nimmt Sonja Henze einen Tropfen Blut ab.

OBERHAUSEN.   Das Reha-Zentrum Oberhausen bietet Laktattest für Teilnehmer des Firmenlaufs an. Blutwerte und Herzfrequenz werden auf dem Laufband überprüft.

Die Stoppuhr zeigt fünf Minuten an, Sonja Henze springt mit ihren Beinen von der Mitte des Laufbands auf die beiden Ränder. Ein kurzer Pikser, Blut fließt und wenige Sekunden später joggt die junge Frau schon wieder weiter. Wir befinden uns im Reha-Zentrum Oberhausen, in dem Oliver Schmidtke und Bernard Ciraulo mit ihren Probanden Laktattests machen. Damit können die Blutwerte unter läuferischer Anstrengung untersucht und analysiert werden. Ein Brustgurt misst dabei dauerhaft die Herzfrequenz.

Sechs Teilnehmer finden sich am Freitag und Samstag im Reha-Zentrum ein. Eigentlich sollte der Test draußen im Volksparkstadion stattfinden, aufgrund der kalten Witterung geht es aber auf das Laufband im Warmen und Trockenen. „Pro Teilnehmer brauchen wir drinnen 30 bis 40 Minuten, das ist abhängig vom Fitnessstand“, erklärt Sportwissenschaftler Oliver Schmidtke.

Regelmäßiges Training empfohlen

Genau dieser soll ermittelt werden, damit die Probanden für den zweiten Oberhausener Firmenlauf am 15. Mai effektiver trainieren können. Am 4. und 5. Mai erfolgt ein erneuter Test, der zeigt, ob sich die Werte verbessert haben. Denn: Tropfen lügen nicht. „Die Empfehlung ist regelmäßig zu trainieren, allerdings ist das alles eigenverantwortlich“, sagt Schmidtke.

Sonja Henze und ihr Mann Hans-Walter sind nacheinander an der Reihe. 99 Euro pro Person haben sie bezahlt – ein Aktionspreis rund um den Firmenlauf, erklärt Oliver Schmidtke. „Ich finde das ein gutes Angebot. Beim Test kriege ich realistische Werte für meine Herzfrequenz, die ich senken möchte“, sagt die Lauftherapeutin. „Ich möchte schauen, wie fit ich bin und wo ich mich verbessern kann“, fügt ihr Mann hinzu.

Bevor es aufs Laufband geht, werden die beiden zu Erkrankungen und Medikamenten befragt. Dann startet das Laufband, nach jedem Intervall steigt die Geschwindigkeit um ein Km/h. „Wir nehmen alle fünf Minuten 20 Mikroliter Blut ab. Die Proben im Röhrchen werden anschließend im Laktatanalysegerät untersucht“, erklärt Schmidtke. Damit kein Teilnehmer kollabiert, muss in der kurzen Laufpause das subjektive Belastungsempfinden mit Hilfe einer Skala zwischen sechs und 20 beziffert werden. 20 sei laut dem Experten schon sehr kritisch. „14“ sagt Sonja Henze in einer Laufpause und ist ein bisschen aus der Puste. „Noch okay“, verrät Schmidtke. Das Ergebnis des Tests steht erst einige Tage danach fest.

Er hofft darauf, die getesteten Teilnehmer beim Firmenlauf wiederzusehen – er läuft auch mit.

>>> KONZENTRATION VON LAKTAT ZEIGT DEN LEISTUNGSSTAND

Als Laktate werden Salze und Ester der Milchsäure bezeichnet. Die Konzentration von Laktat im Blut gibt Aufschluss über die Belastbarkeit und den Leistungsstand eines Sportlers.


Die Abnahme ist laut Oliver Schmidtke „sehr pingelig und Übungssache“. Der Sportwissenschaftler hat mit mehreren tausend Proben viel Erfahrung.

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