Umweltschutz

Politikern dauert die Umsetzung der Klima-Projekte zu lange

In der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen muss das ganze Jahr über ein spezielles Raumklima herrschen. Das treibt die Energiekosten in die Höhe.

In der Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen muss das ganze Jahr über ein spezielles Raumklima herrschen. Das treibt die Energiekosten in die Höhe.

Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Oberhausener Klimaschutzmanager stellen 37 Maßnahmen vor. Energieverbrauch der Ludwiggalerie ist um 60 Prozent gestiegen. Neue Heizung geplant.

Der Klimaschutz ist in aller Munde – erst gestern gingen wieder zahlreiche Schüler auch in Oberhausen auf die Straße, um für Verbesserungen zu demonstrieren. Um mehr für den Klimaschutz zu tun, stellte die Stadt Oberhausen 2016 zwei Klimaschutzmanager ein. Die sprachen nun in ihrem Bericht zwar von 37 Maßnahmen, die in Oberhausen im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzt oder vorbereitet worden seien. Gleichzeitig aber stellten sie fest, dass die Verminderung des CO2-Ausstoßes pro Kopf sich mit 7,5 Tonnen noch immer auf einem hohen Niveau bewege.

„Die Stadt als Vorbild“ lautet die Überschrift des Tätigkeitsberichtes der Klimaschutzmanager. Und genau hier nimmt die Politik die Stadtverwaltung beim Wort. Im Umweltausschuss kritisierten einige, dass Projekte zu viel Zeit bis zur Umsetzung benötigen.

„Die Zeiträume für die Umsetzung sind sehr lang“

„Es ist sehr viel passiert, wir schätzen Ihre Arbeit sehr“, sagte der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Manfred Flore, zu den beiden Klimamanagern. „Aber die Stadt sollte nicht nur Vorbild, sondern Vorreiter sein. Die Zeiträume für die Umsetzung sind sehr lang“, ergänzt er. Ähnliche Aussagen kamen von CDU, den Grünen, OfB und BOB.

Einzig Christian Opdenhövel von der FDP war zufrieden. Das „Oberhausener Modell“ sei schließlich etwas Konkretes.

Dabei geht es um die Sanierung der sieben Lehrschwimmbecken in der Stadt. Die Investitionen (7,9 Millionen Euro) beinhalten unter anderem die energetische Erneuerung der Raumluft-Anlagen und Sanierung der Schwimmbadtechnik, eine alternative Wärmeerzeugung und eine Verbesserung der Außendämmung.

Laut Bericht der Klimaschutzmanager sollen die Sanierungen zu Energieeinsparungen von mehr als 70 Prozent führen. Das würde bedeuten, dass im besten Fall rund 1200 Tonnen CO2 und 300.000 Euro Energiekosten im Jahr eingespart werden könnten.

Das Land würde das Projekt mit 7,1 Millionen Euro fördern. Der Förderantrag soll nun gestellt werden.

Einsparungspotenzial in Höhe von 46.000 Euro im Jahr

Ein weiteres Augenmerk richtet sich auf die Ludwiggalerie. Der Strom- und Wärmebedarf ist hier in den vergangenen vier Jahren um 60 Prozent gestiegen, weil in den Ausstellungsräumen ein spezielles Raumklima – ganzjährig Temperaturen von 20 Grad und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit – herrschen muss.

Auch die Heizungsanlage aus dem Jahr 1988 muss erneuert werden. Empfohlen wird die Installation eines Blockheizkraftwerks. Einsparungspotenzial: Energiekosten in Höhe von 46.000 Euro pro Jahr.

Für die kommenden zwei Jahre haben die Klimaschutzmanager weitere 29 Maßnahmen zu Papier gebracht. Sie sind bereits im vergangenen Jahr vom Rat der Stadt Oberhausen beschlossen worden.

Projekt „Stromspar-Helfer“ läuft Ende März aus

Auf Nachfrage von Ulrich Lütte (BOB im Rat) im Umweltausschuss stellte Markus Werntgen-Orman vom städtischen Bereich Umwelt fest, dass das Stromsparhilfe-Projekt Ende des Monats ausläuft. In den vergangenen Jahren haben viele einkommensschwache Haushalte ihre Energiekosten mithilfe kostenloser Stromsparchecks senken können. Werntgen-Orman bedauert das Auslaufen des Projekts.

Frank Bandel (CDU) erkundigte sich, ob die Stadtverwaltung bereits konkrete Pläne für die Begrünung von Dächern – zum Beispiel bei Kindertagesstätten – habe. Die Stadt warte diesbezüglich auf eine Antwort der dafür zuständigen OGM, antwortete Werntgen-Orman im Umweltausschuss. Zudem solle die kommunale Satzung angepasst werden, um mehr Anreize für Dachbegrünungen zu schaffen.

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