Fakenews

Polizei Oberhausen entlarvt Facebook-Post als Falschmeldung

Die Polizei Oberhausen hat einen Facebook-Beitrag zu angeblicher Tierquälerei als Falschmeldung entlarvt.

Foto: imago

Die Polizei Oberhausen hat einen Facebook-Beitrag zu angeblicher Tierquälerei als Falschmeldung entlarvt. Foto: imago

Oberhausen.  Beitrag wegen angeblicher Tierquälerei in Oberhausen verbreitet sich bei Facebook. Polizei geht mit einem eigenen Beitrag in die Offensive.

Die Oberhausener Polizei muss sich erneut mit den Auswirkungen falscher Informationen im Netz und damit verbundenen Aufrufen zu Straftaten befassen. Auf seiner Facebook-Seite verbreitet ein User das Foto eines Obdachlosen, der in der Oberhausener Fußgängerzone sitzt. Im Text dazu äußert er sich in beleidigender Weise und unterstellt dem Mann, dass dieser mit einem sedierten also betäubten Welpen bettele. In den Kommentaren des Beitrags, der bereits mehr als 2500-mal geteilt wurde, wird auch zur Begehung von Straftaten gegen den Obdachlosen aufgerufen.

Dazu Polizeisprecher Tom Litges: "Wir werfen ihnen vor, ohne Beweise, übertrieben, maßlos und hasserfüllt Behauptungen aufzustellen und vermeintlich geschützt durch Usernamen im Netz zu Straftaten aufzurufen. Das ist ein ganz schlechter Stil. Wir werfen ihnen vor die Persönlichkeitsrechte des Mannes zu verletzen und ihn mit Bildern verbotswidrig im Netz bloßzustellen." Denn bereits das Veröffentlichen und Teilen eines Fotos ohne die Einwilligung des Fotografierten stellt bereits eine Straftat dar (§ 33 KUG).

Anschuldigungen sind laut Polizei "völlig aus der Luft gegriffen"

Wie der Polizeisprecher weiter erklärt, hätten Ordnungsamt, Veterinäramt und Polizei die Vorwürfe wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz mittlerweile eingehend geprüft. Mit dem Ergebnis, dass die Anschuldigungen völlig aus der Luft gegriffen seien. Darüber hinaus prüfen die Ermittler des Kriminalkommissariats 11 nun auch die strafrechtliche Relevanz der Kommentare im Netz.

Solche Falschmeldungen gebe es in letzter Zeit „gefühlt“ öfter, ssagt der Polizeisprecher. Sein Appell: Wer etwas Verdächtiges oder Falschmeldungen im Internet entdeckt, möge sich direkt an die Polizei (Telefon 0208/8260) wenden, statt Inhalte im Netz einfach weiter zu verbreiten. In diesem Fall hat ein Kollege die Leitstelle der Polizei selbst informiert.

Mit einem eigenen Posting will die Polizei der weiteren Verbreitung der angeblichen Tierquäler-Nachricht nun entgegentreten: "Wir erwarten, dass diese Richtigstellung eine ähnlich rasante Verbreitung erfährt, wie die Fakenews", so Litges. (mawo/del)

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