Kriminalität

Pro Familia in Oberhausen warnt vor K.-o.-Tropfen

K.-o.-Tropfen werden in Diskotheken ahnungslosen Frauen verabreicht.

Foto: Friedhelm Zingler

K.-o.-Tropfen werden in Diskotheken ahnungslosen Frauen verabreicht. Foto: Friedhelm Zingler

Oberhausen.   Frauen werden unter K.-o.-Tropfen Opfer sexueller Gewalt, Männer werden ausgeraubt. Ein neonbunter Pfropfen soll für mehr Schutz sorgen.

Ihre Gefährlichkeit soll nicht in Vergessenheit geraten. Das ist den Mitarbeiterinnen der Pro-Familia-Beratungsstelle Oberhausen wichtig. Deshalb erinnern sie immer wieder an die tückischen K.-o.-Tropfen. Die werden arglosen Frauen oder Männern heimlich in ihr Getränk geschüttet, um sie zu wehrlosen Opfern zu machen. Männer werden ausgeraubt. „Bei Frauen kommt es immer wieder zu sexuellen Übergriffen unter Einfluss von K.-o.-Tropfen“, heißt es in einem Schreiben von Pro Familia.

GHB ist eines der Mittel

Um auf die Gefahren der K.-o.-Tropfen noch mal medienwirksam hinzuweisen, bietet Pro Familia sogenannte Spikeys an. Das sind neonbunte Stopfen, die in den Flaschenhals gedrückt werden. Das Getränk wird durch einen Strohhalm getrunken, der Flaschenhals ist durch den Spikey gut geschützt und das unauffällige Einfüllen von K.-o.-Tropfen wird erheblich erschwert.

„Wir haben immer mal wieder mit K.-o.-Tropfen zu tun“, warnt Pro-Familia-Ärztin Dr. Christine Gathmann. Bei unerklärlichen Schwangerschaften oder auch sexuellen Erkrankungen können die Tropfen im Spiel gewesen sein. „Jede Frau erzählt da natürlich ihre eigene Geschichte“, erklärt die Ärztin. Die meisten sagten aber „ich kann mich an nichts erinnern“, „ich weiß gar nicht, was passiert ist“, „ich bin irgendwo aufgewacht, ohne zu wissen, wie ich dort hin gekommen bin“, „mir war plötzlich so schlecht, dabei hatte ich gar nicht so viel getrunken“. Die Täter, sagt Christine Gathmann, suchen sich bewusst Frauen aus, die scheinbar alleine sind. Hat das Opfer die Tropfen intus und ist benommen, kann es gut nach draußen geführt werden. Auch bei privaten Feiern sei man nicht sicher. Da reiche es ja, jemandem die Tropfen zu verabreichen und ihn in einen Nebenraum zu bringen.

Die Ärztin rät deshalb, nicht alleine feiern zu gehen. „Wenn man dann unterwegs ist, sollte man auch gut aufeinander aufpassen“, fordert sie. Wenn einer Frau aus der Gruppe plötzlich schlecht wird, sollten die anderen sie nicht allein lassen, weil sie weiter feiern wollen. „Gläser sollte man nicht unbeaufsichtigt stehen lassen“, rät Christine Gathmann. Besser sei sie auszutrinken, ehe man sich entfernt.

Nicht lange nachweisbar

Wie viele Frauen oder auch Männer schon Opfer von K.-o.-Tropfen wurden, ist schwer zu sagen. „Die Tropfen sind im Körper nicht lange nachweisbar“, sagt die Ärztin. Die Leute, denen sie verabreicht wurden, müssten ganz schnell zum Arzt. Aber das sei ihnen unmöglich, weil sie lange viel zu benommen seien. „Deshalb kann man die Geschichten der Opfer immer nur rekonstruieren“, verdeutlicht Christine Gathmann. Für die Opfer jedenfalls haben diese Straftaten neben möglichen ungewollten Schwangerschaften oder Infektionen auch massive psychische Probleme zur Folge.

Bei Interesse an den Spikeys kann man sich bei Pro Familia unter 0208–86 77 71 melden. Die Spikeys werden kostenlos abgegeben – pro Person kann ein Spikey in der Beratungsstelle an der Bismarckstraße 3 abgeholt werden.

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