Gericht

Prozess um Hammer-Attacke – Angeklagter muss in Psychiatrie

Foto: David Ebener / dpa

Oberhausen.  Der Prozess um eine brutale Hammer-Attacke in Osterfeld ist beendet. Der Gutachter bescheinigt dem Angeklagten eine paranoide Schizophrenie.

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Mit einer dauerhaften Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus endete der Prozess gegen einen 25-jährigen Bottroper vor dem Landgericht Duisburg.

In der Nacht zum 2. Juni hatte er einen 24-jährigen Oberhausener nach Hause gebracht. Beim Betreten der Wohnung in Osterfeld schlug er überraschend mit einem Hammer zu. Der Geschädigte realisierte erst nach mehreren Schlägen, was da überhaupt geschah. Er konnte sich zu einer nahen Bushaltestelle retten, an der sich Zeugen aufhielten. Der Beschuldigte machte noch eine drohende Geste, setzte sich dann in sein Auto und fuhr davon.

Das Landgericht kam nach mehrtägiger Verhandlung zu dem Schluss, dass es sich bei der Tat um einen versuchten Mord gehandelt habe. Der Angeklagte habe heimtückisch hinterrücks auf den Freund eingeschlagen, der zu diesem Zeitpunkt mir keinem Angriff rechnete. Allerdings blieb die juristische Einordnung der Tat eher akademischer Natur. Denn zweifelsfrei stand fest, dass der 25-Jährige zum Tatzeitpunkt aufgrund einer psychischen Störung nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden konnte.

Ohne Therapie Gefahr weiterer Straftaten

Ein psychiatrischer Gutachter ging davon aus, dass eine paranoide Schizophrenie die Fähigkeit des Beschuldigten, seine Taten zu steuern, stark eingeschränkt, möglicherweise sogar komplett aufgehoben habe. Zum Tatzeitpunkt litt der 25-Jährige unter Wahnvorstellungen, fürchtete um sein Leben und fühlte sich von einer Bande libanesischer Krimineller verfolgt. Ohne Therapie in einer geschlossenen Einrichtung bestehe die Gefahr weiterer erheblicher Straftaten, so der Mediziner.

In dem so genannten Sicherungsverfahren hatte die Kammer über den Antrag der Staatsanwaltschaft entscheiden müssen, den Beschuldigten zum Schutz der Allgemeinheit dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Angesichts des Krankheitsbildes des Beschuldigten, der Gefährlichkeit der Tat und der Gefahr weiterer ähnlicher Straftaten blieb dem Gericht am Ende keine andere Möglichkeit, als dem Antrag zu folgen.

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