Natur-Verdruss

Raupennester vermiesen in Schmachtendorf den Weg zum Haus

Mit dem Blick nach oben laufen Martina (li.) und Jade Rattay derzeit zu ihrem Haus in Schmachtendorf – unter Eichenprozessionsspinner-Nestern.

Foto: Kerstin Bögeholz

Mit dem Blick nach oben laufen Martina (li.) und Jade Rattay derzeit zu ihrem Haus in Schmachtendorf – unter Eichenprozessionsspinner-Nestern.

oberhausen.   Der Eichenprozessionsspinner hat Bäume im Stadtnorden „im Griff“. Die Beseitigung vom Befall auf privatem Grund ist Sache des Eigentümers.

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Er treibt zurzeit millionenfach sein Unwesen – der Eichenprozessionsspinner. Flächendeckend haben die kleinen, mit gefährlichen Härchen versehenen Raupen ihre Nester gebaut, in denen sie auf ihre Verpuppung warten. Die Beseitigung der Nester ist aufwendig und kostspielig. Während öffentliche Plätze gesperrt werden können, sieht das bei privaten Wegen anders aus.

Davon wissen Martina Rattay und Josef Kolbl aus Schmachtendorf zu berichten, die mit ihren Kindern und dem Hund täglich einen Weg gehen müssen, über dem die Nester des „Spinners“ zu Dutzenden hängen. „Vor ein paar Tagen haben wir auf dem Weg einen riesigen Klumpen mit diesen Raupen gesehen“, erzählt Martina Rattay. „Die haben sich alle zu den nächsten Eichen bewegt.“

„Für eine Bekämpfung ist es fast zu spät“

Derzeit seien im gesamten Umfeld die Eichen befallen, bestätigt Landwirt Christoph Köster: „Die warme Witterung im Frühjahr hat das Wachstum des Eichenprozessionsspinners wohl vorangetrieben. Ich denke, jetzt ist es für eine Bekämpfung fast zu spät.“ Er hätte es begrüßt, wenn vor rund acht Wochen weiträumig mit der Bekämpfung der Raupen begonnen worden wäre: „Dann kann man ihnen noch mit Spritzmitteln beikommen.“

In unmittelbarer Nähe einiger befallener Eichen an der Gabelstraße hat Christoph Köster ein Erdbeerfeld: „Zum Glück hängen die Äste nicht übers Feld, und die Raupen gehen auch nicht an Erdbeeren. Insofern besteht für Erntehelfer und Pflanzen keine akute Gefahr.“ Dennoch sei Vorsicht geboten, denn die Härchen des „Spinners“ können erhebliche Hautreaktionen auslösen – und sie können durch den Wind auch weitergetragen werden.

Stadt berät Betroffene gern

Auf öffentlichem Grund entscheidet die Stadt, was geschieht, wenn der „Spinner“ auftaucht. „Darüber hinaus kann die Ordnungsbehörde der Stadt Privateigentümer zum Handeln auffordern, wenn ein befallener Baum eine Gefahr für den öffentlichen Raum und somit für die Allgemeinheit darstellt – zum Beispiel unmittelbar angrenzend an einen öffentlichen Verkehrsweg oder öffentliche Flächen“, sagt Stadtsprecher Frank Helling. Er ergänzt: „Bei Schädlingsbefall an Bäumen auf Privatflächen, die angrenzende private Nutzer beeinträchtigen, kann die Stadt den Eigentümer nicht zur Beseitigung auffordern. Das ist eine privatrechtliche Frage.“

Wer jedoch Rat zum Eichenprozessionsspinner sucht, kann sich an die Stadt (Beschwerdestelle: 0208-825 7777) wenden, betont Helling. Die Beseitigung der Plage müsste der Baum-Besitzer aber selbst beauftragen und bezahlen.

>>>> Nesselgift kann Pusteln und Juckreiz auslösen

Das in den Brennhaaren der Raupen enthaltene Nesselgift Thaumetopoein kann eine „Raupen-Dermatitis“ auslösen. Meist bilden sich auf unbedeckten Hautpartien starke Rötungen und Quaddeln. Im Auge können sie zu Rötungen, Lichtscheuheit und Schwellungen führen. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung an und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus.

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