Highland-Games

Schotten rocken Oberhausen – Highland-Games immer beliebter

Bei den Vondern Games ging es auch musikalisch schottisch zu.

Bei den Vondern Games ging es auch musikalisch schottisch zu.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Anzahl der Teams der schottischen Vondern-Games hat sich an der Burg verdoppelt. Spaß im Schottenrock – Baumstämme fliegen und Fässer rollen.

Ein Mann wie ein Baum nimmt Anlauf. Er beugt sich vor. Holt kraftvoll Schwung. Und schon schwingt der Holzstamm in die Luft und überschlägt sich dort. Das muss er auch! Schließlich bringt diese Disziplin bei den zweiten schottischen Vondern-Games auf der Wiese vor der alten Burg wichtige Punkte. 14 Teams kämpften am Wochenende um die Ehre im Schottenrock – und einen schönen Pokal.

Kleinkariertes Hobby pflegt eine alte Tradition

„Wir wollten im vergangenen Jahr noch bewusst etwas kleiner starten und schauen, wie das Fest angenommen wird“, sagt Hagen Hoffmann vom Kreis der engagierten Macher. Das Publikum geizte nicht sonderlich mit Zuspruch. Das merkten die Initiatoren auch schnell bei den Anmeldezahlen der diesjährigen Vondern-Games. 14 Teams mit fünf bis sechs Startern. Die Vorjahreszahl ist damit fast verdoppelt worden. „Da kann man sich wirklich nicht beschweren!“

Highland-Games soll es bereits seit 900 Jahren geben – den Ursprung datieren Forscher auf die Regentschaft von König Malcolm III. zurück. Es ist die Mischung aus Traditionen und Neuerungen, die viele zum bewusst kleinkarierten Hobby treibt. „Es sind Teams aus Dortmund und Osnabrück dabei“, erklärt Hoffmann das weitläufige Einzugsgebiet für schottische Wettkämpfe. Da es sich für traditionelle Schotten gehört, für die Festtage nicht in ein schnöseliges Hotel zu ziehen, reihen sich hinter der Burg die historischen Zelte aneinander. Mit Geiz - um im Bild zu bleiben - habe das aber nichts zu tun, die Nähe zum Burghof zählt. „Die abendlichen Treffen der Teilnehmer gehören zur Dramaturgie solcher Wettbewerbe.“ Am Abend vor den Vondern Games fordere man sich schließlich heraus. Später versöhne man sich nach den absolvierten Disziplinen auch wieder.

Wettbewerbe haben Gewicht – bis zu 100 Kilogramm

Und die Wettbewerbe für Teilzeit-Schotten haben wirklich Gewicht: Neben dem besagten Baumstammwerfen müssen auch bullige Steinkugeln angehoben und auf einem Ölfass wieder abgesetzt werden. Diese schweißtreibende Disziplin gibt es mit drei unterschiedlich schweren Kugeln – die schwerste bringt satte 100 Kilogramm auf die Waage.

Bei solchen Anstrengungen vermissten die engagierten Frauen und Männer die stechende Sonne, im Vorjahr noch nimmermüder Mitspieler, wirklich nicht. Fragt man in die Runde, so ist der Hexenritt unter den schottischen Mitmachern eine Lieblingsdisziplin. Sicher auch, weil alleine das Zuschauen ein Dauergrinsen in die Gesichter zaubern kann: Mehrere Teammitglieder müssen auf einem langgezogenen Besen einen Hindernis-Parcours meistern. Gleichgewichtsgefühl und blindes Vertrauen spielen bei der amüsanten Disziplin daher eine entscheidende Rolle.

Kein dickes Preisgeld, aber schicke Siegerpokale

Ein dickes Preisgeld gibt es bei den mehrstündigen Wettbewerben übrigens nicht zu gewinnen. Der Stolz unter den besten drei platzierten Teams ist Gewinn genug. Zudem machen sich die drei Siegerpokale gut auf dem heimischen Kamin-Sims.

Das Drumherum muss bei den Vondern-Games natürlich auch stimmen. Ausgewählte Verkaufsstände vermitteln die Atmosphäre eines kleinen Feldlagers. So groß wie bei dem in der kommenden Woche startenden Ritterfest ist es aber bewusst nicht. Schottischen Whiskey gibt es in rustikalen Karaffen. Für die jungen Besucher gibt es Kindermet aus Früchten – natürlich ohne Alkohol. Die IG Highland Pony zeigt passende Vierbeiner. Die Tanzgruppe Swinging Kilts lässt die traditionelle Kleidung fliegen. Musik? Natürlich wohliger Celtic-Folk!

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