Lehrerversorgung

Schulen in Oberhausen fehlen Förder- und Grundschullehrer

Die Stundentafel an den Oberhausener Grundschulen wird erfüllt – zum Teil müssen Grundschulen Lehrer dafür an andere Schulen abgeben.

Foto: Michael May

Die Stundentafel an den Oberhausener Grundschulen wird erfüllt – zum Teil müssen Grundschulen Lehrer dafür an andere Schulen abgeben. Foto: Michael May

Oberhausen.   An Oberhausener Schulen sind derzeit 58 Lehrerstellen nicht besetzt. Besonders hart trifft es die Grund- und die Förderschulen.

58 Lehrerstellen sind derzeit an Oberhausener Schulen nicht besetzt. Besonders betroffen sind davon die Grundschulen mit 19 vakanten und die Förderschulen mit 18 unbesetzten Stellen. Nicht das fehlende Geld sei das Problem, so die Bezirksregierung, die die Zahlen auf Anfrage der Redaktion lieferte, sondern der „Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern“. Der Lehrer-Markt ist leergefegt, so dass von den 69 freien Stellen zu Beginn des neuen Schulhalbjahres am 1. Februar gerade einmal elf Stellen in Oberhausen besetzt werden konnten.

Die Zahlen der Bezirksregierung zeigen zudem einen anderen Mangel ganz deutlich: Nicht nur Primarstufen-Pädagogen fehlen (13!), sondern vor allem auch Sonderpädagogen, die sowohl an Förderschulen als auch für den gemeinsamen Unterricht an Regelschulen dringend benötigt werden.

Förderung so nicht möglich

So bieten 14 der 32 Oberhausener Grundschulen inklusiven Unterricht für Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf an, darüber hinaus gibt es viele Grundschulen, die einzelne Schüler inklusiv beschulen. Von den 13 weiterführenden Schulen in Oberhausen arbeiten zehn inklusiv, darunter auch vier der fünf Gymnasien. Von den 58 unbesetzten Lehrerstellen sind allein 30 Stellen für Sonderpädagogen, die hauptsächlich an Grund- und den Förderschulen fehlen, aber auch an den anderen Schulformen (siehe Tabelle).

Das bedeutet in der Praxis zum Beispiel, „dass die Kinder nicht in dem Maße die sonderpädagogische Förderung erhalten, die ihnen eigentlich zusteht“, sagt Christian Alders, zusammen mit Susanne Amrehn von der Steinbrinkschule Sprecher der Oberhausener Grundschulleitungen und selbst Leiter der Schwarze-Heide-Schule. Denn die Förderschullehrer/Sonderpädagogen sollen die Arbeit ihrer Primarstufen-Kollegen stundenweise unterstützen und begleiten. Wenn die Stellen unbesetzt bleiben, fällt das weg. Was den Mangel an Grundschullehrern angeht, so führt der dazu, dass Grundschulen in Oberhausen, so Alders, „aus dem laufenden System Lehrer rausnehmen müssen, um anderswo Lücken zu schließen“. Die Schulaufsicht organisiere die Abordnungen, damit überall die Stundentafel erfüllt werden könne. So könnten die Schulen ihrer Verpflichtung nachkommen, aber für zusätzliche Angebote (Fördermaßnahmen, AGs etc.) sei dann kein Personal mehr da.

Das soll rekrutiert werden: Im April will NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer ihre Imagekampagne für den Lehrerberuf starten, um junge Menschen für den Beruf zu gewinnen.

>>>>>Grundschullehrerjob attraktiver machen>>>>>

Um den Grundschullehrer-Job attraktiver zu machen, soll die Besoldung angehoben und damit der von Sek.-I-Lehrern angeglichen werden. Das soll auch der verlängerten Ausbildungszeit für Primarstufen-Lehrer Rechnung tragen.

Problem: Wenn nur die „Neueingestellten“ besser bezahlt werden, stiftet das Unfrieden.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik