Theater Oberhausen

Schwacher Zuschauer-Zuspruch fürs Große Haus

Das Große Haus des Theaters rockt – oder rockt es nicht? Auch die Komödie „Pension Schöller“, hier mit Jürgen Sarkiss und  Ronja Oppelt, erreichte in sechs Aufführungen nur eine Auslastung von knapp 46 Prozent.    

Foto: Birgit Hupfeld

Das Große Haus des Theaters rockt – oder rockt es nicht? Auch die Komödie „Pension Schöller“, hier mit Jürgen Sarkiss und Ronja Oppelt, erreichte in sechs Aufführungen nur eine Auslastung von knapp 46 Prozent.  

Oberhausen.   Den neue Intendant Florian Fiedler kämpft in seinem ersten Amtsjahr mit niedrigen Zuschauerzahlen. Doch er sieht die Zukunft optimistisch.

„Im dritten Jahr wird’s richtig gut“, meinte Intendant Florian Fiedler zum Schluss der Debatte um eine weitere Zwischenbilanz seiner ersten Theater-Spielzeit. Dafür sagte Kulturausschuss-Routinier Manfred Flore (SPD) mehrmals „ich werde nicht nervös“ – als müsste er sich selbst davon überzeugen. Im Januar war die Konstellation noch umgekehrt: Da sprach Flore beschwichtigend zu einem nervös wirkenden Intendanten.

Tatsächlich lassen sich die Zahlen der – schließlich erst am 5. Juli ausklingenden – Spielzeit auf mehrere Arten lesen. „Die kleinen Formate sind gut besucht“, so die Lesart Flores, „aber das Große Haus schwächelt“. Nähme man „Die Schneekönigin“ als erfolgreiche Familienproduktion aus der Bilanz, blieben noch 13 000 Besucher – „zu wenig“.

Überraschungs-Erfolg „D.ramadan“

Florian Fiedler präsentierte lieber die große Gesamtzahl: „Wenn’s gut läuft, kratzen wir bis zum Juli an 48 000.“ Das wären dann nur vier Prozent weniger, als sein Vorgänger Peter Carp zu seinem Einstand vor zehn Jahren erreicht hatte. „Wir haben den Eindruck“, so Fiedler, „dass sich das Blatt wenden könnte“ – und sprach von guten Kritiken.

Apostolos Tsalastras hatte es noch deutlicher formuliert: „Die Zustimmung der Feuilletons ist drastisch gestiegen“ – bundesweit wie regional. Auch der Kämmerer und Kulturdezernent nannte die erste Spielzeit einer Intendanz „eine sehr schwierige“. An die Politiker appellierte Tsalastras: „Wir müssen kritisch und mit Sorge auf das Theater gucken, aber auch fördernd und unterstützend.“

Linken-Politiker dankt für „viele mutige Formate“

Zu den Unbesorgten zählt Volker Köster (Linke): „Vielen Dank für D.ramadan und für viele mutige Formate.“ Tatsächlich zeigten sich die ersten 20 der 23 „D.ramadan“- Termine als unerwarteter Erfolg. Das Theater hatte mit im Schnitt 20 Besuchern für den Pool kalkuliert: 40 bis 60 kamen an jedem der fünf Abende pro Woche, um zu diskutieren und gemeinsam zu essen.

Auch Ingo Mersmann sagte zum Intendanten: „Sie sind auf dem richtigen Weg.“ Die Suche nach neuen Besuchern brauche eben ihre Zeit, so der sachkundige Bürger. Dostojewskis „Schuld und Sühne“ im alten Kaufhof nannte er „eine grandiose Leistung“.

Fiedler will Theater für die ganze Stadt machen

Florian Fiedler schließlich betonte: „Wir wollen Theater für die ganze Stadt machen“ – also für das (ältere) Abo-Publikum und für Jüngere. Die ersten drei Kooperationsverträge mit Schulen sind unterschrieben, weitere werden folgen. „Und wir kämpfen um jeden Abonnenten.“

Im anschließenden, nicht-öffentlichen Teil des Kulturausschusses stellte der Intendant dann seinen Spielplan für 2018/19 vor. So konnten die in dieser Beziehung sehr empfindlichen Kulturpolitiker ihn 18 Stunden vor der öffentlichen Vorstellung kennenlernen.

>>>INFO: NRW-Förderung fürs Theater ist zusätzlich

Kulturdezernent und Kämmerer Apostolos Tsalastras bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung: Die erhöhte Landesförderung fürs Theater Oberhausen soll der Bühne in vollem Umfang zugute kommen. Die Stadt werde ihren Zuschuss nicht entsprechend zurückfahren. Die für dieses Jahr anvisierten 114 000 Euro seien damit „on Top“.

Im Jahr 2022 wird sich der Landeszuschuss auf 380 000 Euro erhöhen, so die Zahlen, die Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen bekannt gegeben hatte. Voraussetzung, dass diese Summe nicht mit dem städtischen Zuschuss verrechnet werde, sei jeweils ein ausgeglichener Haushalt, so Tsalastras´ Das Theater habe sich das Etat-Plus verdient.

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