Pandemie-Folgen

Sparkasse: Corona trifft Betriebe weniger hart als erwartet

Der Stadtsparkassen-Vorstand blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft der Wirtschaft am Standort Oberhausen: Thomas Gäng und Oliver Mebus.

Der Stadtsparkassen-Vorstand blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft der Wirtschaft am Standort Oberhausen: Thomas Gäng und Oliver Mebus.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Mit Blick auf wichtige Geschäftsdaten sieht der Oberhausener Sparkassen-Vorstand keinen Anlass, nach dem Corona-Shutdown Trübsal zu blasen.

Die wirtschaftlich einschneidende Corona-Krise im Frühjahr wird nach Auffassung der Stadtsparkasse Oberhausen Unternehmen und Privatbürger weniger hart treffen als anfangs befürchtet.

„Wenn es nicht zu einer zweiten Corona-Welle kommt, dann sieht es derzeit so aus, als ob die örtliche Wirtschaft noch relativ gut durch die schwere Corona-Zeit kommt. Wir sind vorsichtig optimistisch“, zieht Vorstandsvorsitzender Oliver Mebus eine erste Zwischenbilanz. „Bisher schlägt keiner unserer Indikatoren besonders negativ aus.“ Aus Sicht des Wirtschaftsfachmannes gibt es eine Diskrepanz zwischen der Medien-Nachrichtenwelt und der Arbeit mit Unternehmern vor Ort. „Man hängt zwischen Tagesschau und Tagesgeschäft: Nach der Tagesschau denkt man, das sieht ja arg aus, im Tagesgeschäft schöpft man Hoffnung.“

So hätten nach 1000 Beratungsgesprächen der Sparkassenberater mit hiesigen Unternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen am Ende nur 80 Betriebe tatsächlich öffentliche Kreditmittel des Bundes über die KfW-Bank anfordern müssen. Auch laufe derzeit nach einer Delle das Kreditgeschäft in ganz normalen Bahnen: „Ob Baufinanzierungen oder Firmenkredite – die Geschäfte laufen wie üblich. Nur Konsumentenkredite sind weniger gefragt, hier spüren wir, dass die Menschen derzeit noch nicht in Kauflaune sind.“

Kurzfristige Dispokredite sind nicht angestiegen

Dass sich die Firmen nicht in einer Liquiditätskrise befinden, bemerkt die Sparkasse auch daran, dass die kurzfristigen Dispokredite auf Unternehmens-Girokonten nicht angestiegen sind. Eine höhere Zahl von Unternehmenspleiten sei ebenfalls nicht feststellbar. Viele könnten derzeit die Krise auch deshalb einigermaßen bewältigen, weil sie in guten Zeiten Reserven angesammelt hätten.

Als Hauptgrund für die angesichts der schweren geschäftlichen Corona-Talfahrt recht positive Zwischenbilanz der Sparkasse führt der Vorstand die erheblichen staatlichen Hilfen zu Beginn des Shutdowns an. „Schon kurz nach ihrem Antrag hatten die Unternehmer die staatlichen Soforthilfen von 9000 bis 25.000 Euro auf ihrem Konto. Das war sehr schnell, das war sehr gut“, lobt Mebus die zuständigen Ministerien. Insgesamt hätten 2200 Sparkassenkunden diese Unterstützung erhalten.

Zudem haben nach Angaben des Geldinstituts 500 gewerbliche und private Kreditschuldner das Angebot der Sparkasse genutzt, ihre Tilgungen für Darlehen auszusetzen. Darunter befanden sich vor allem viele Baukreditkunden, die ihr Eigenheim abbezahlen und durch Kurzarbeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Einlagen sind gestiegen

Während die einen durch die Corona-Krise Finanzprobleme haben, sparen die anderen mehr Geld denn je. „Unsere Einlagen sind gestiegen, weil unsere Kunden ja weniger Geld für Konsumgüter und Reisen ausgeben konnten.“

Den Oberhausener Wirtschaftsstandort beurteilt der Sparkassen-Vorstand insgesamt recht positiv. „In den vergangenen Jahren hat die Stadt Fortschritte gemacht, wir erleben bei Investoren und Firmenkunden eine große Zufriedenheit“, berichtet Oliver Mebus. So loben Investoren zum Beispiel die schnelle Arbeit der Stadtverwaltung bei größeren Projekten. „Ein Problem bleiben aber die hohen Gewerbesteuersätze; hier benötigt Oberhausen dringend eine Lösung für die Altschulden, um Steuersätze senken zu können.“

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