Politik

SPD Oberhausen fordert sozialen Arbeitsmarkt

Foto: Kerstin Bögeholz

Echte Jobs statt x-te Qualifizierungsmaßnahme. So die Forderung der SPD bei einer Podiumsdiskussion des Ortsvereins Mitte im Café Klatsch.

Sie profitieren nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung, sie leben seit mehr als einem Jahr von Hartz IV und tragen den Stempel „nicht vermittelbar“: Die Rede ist von knapp 6000 Langzeitarbeitslosen in Oberhausen. Über deren Lebenssituation sprachen Experten und Betroffene jüngst im Café Klatsch. Der SPD-Ortsverein Mitte hatte zu der Podiumsdiskussion geladen.

„Wir brauchen den dritten Arbeitsmarkt“, forderte SPD-Landtagskandidatin Sonja Bongers. Aus ihrer Erfahrung als Anwältin für Sozialrecht wisse sie: „Die Leute wollen arbeiten – nicht die x-te Qualifizierungsmaßnahme.“ Der dritte – oder soziale – Arbeitsmarkt bezeichnet öffentlich geförderte Beschäftigung und wird von vielen SPD-geführten Kommunen seit Jahren gefordert.

Jochen Kamps, Parteikollege und Geschäftsführer des Zentrums für Ausbildung und Qualifikation (Zaq), argumentierte in die gleiche Richtung, fand aber noch deutlichere Worte: „Ich fordere Kontinuität statt Projektitis. Hier neun Monate Förderprogramm, da sechs Monate Maßnahme – es ist doch bescheuert, wie viel da nebeneinander läuft.“ Ercan Telli, SPD-Sprecher im Sozialausschuss: „Wir verwalten an vielen Stellen nur noch.“ Dabei müsse man den Betroffenen viel direkter helfen.

Einer der Betroffenen saß bei der Diskussion im Plenum. Langzeitarbeitslose, das seien nicht immer die „typischen nicht Vermittelbaren“, sagte er. Es träfe auch qualifizierte Arbeitskräfte, die in eine langjährige Arbeitslosigkeit rutschten. Es gebe keine Lösung für alle Langzeitarbeitslosen: „Jeder Mensch ist anders.“

Eines wurde bei der Diskussion besonders deutlich: Der Redebedarf ist groß. Seien es die prekären Verhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt oder Jobs, die durch Digitalisierung und moderne Technik in Gefahr geraten – dem Plenum, das aus SPD-Mitgliedern und einigen interessierten Bürgern bestand, lag das Thema Arbeitsmarktpolitik am Herzen. Und das ist bekanntlich so komplex, dass eine Podiumsdiskussion nicht reicht. Die nächste Veranstaltung ist bereits in Planung.

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