Baurecht eingeräumt

Sporthändler Decathlon darf am Oberhausener Centro bauen

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Nach fast drei Jahren Debatte ist klar: Decathlon kommt aufs Areal gegenüber dem Centro, die Politik gibt grünes Licht. Das wird Sportler freuen.

Fast drei Jahre Debatten und Papiere, 1126 Seiten Stellungnahmen und Gutachten zum Bebauungsplan Nr. 27 – jetzt ist klar: Der französische Sportartikel-Discounter Decathlon darf seine umstrittene großzügige neue Filiale auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände in der Nähe des Centros bauen.

Sicht über Gelände der Decathlon-Ansiedlung in Oberhausen
Sicht über Gelände der Decathlon-Ansiedlung in Oberhausen

Der Rat der Stadt hat mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Linken Liste das Baurecht für den weltweiten Anbieter von Geräten und Kleidung für 100 Sportarten freigegeben. Jetzt fehlt nur noch der konkrete Bauantrag, der aber zügig durchs Rathaus genehmigt werden dürfte, weil vorab alle möglichen Probleme geklärt wurden.

Ein hässlicher Wellblechkasten?

Kritiker wie Sporthändler der Oberhausener Innenstadt sehen in Decathlon eine unfaire Konkurrenz auf der grünen Wiese, die den Innenstädten im Ruhrgebiet Schaden zufügt. Linken-Ratsfraktionschef Yusuf Karacelik empört sich über den Zustand der Neuen Mitte: „Schon mit dem Bau des Centros hat man sich auf einen katastrophalen, die Stadt beschädigenden Irrweg begeben. Nun soll noch der nächste hässliche, mit Wellblech ummantelte Kasten in die Landschaft geklotzt werden.“

Oberbürgermeister Daniel Schranz verteidigt die architektonische Qualität des Einkaufszentrums und der Groß-Restaurants („Sie sind nicht simpel gebaut“) und wird grundsätzlich: „Der Handel gehört zu den größten Wirtschaftsbranchen unserer Stadt. Wir sollten die Entwicklung der Neuen Mitte voranbringen, um Kundenströme zu erhalten.“

Verkaufsfläche von 4500 Quadratmetern

Decathlon will auf dem dreieinhalb Fußballfelder großen Grundstück gegenüber der UFO-Spielhalle Sportwaren auf einer Verkaufsfläche von 4500 Quadratmetern anbieten. Deshalb entsteht an der Straße Brammenring eine eingeschossige acht Meter hohe Halle und ein 500 Quadratmeter großer Außenbereich mit Sportgroßgeräten, Fahrrädern, Radzubehör und Campingartikeln. Diese Waren gelten als nicht besonders gefährlich für die Innenstadt-Geschäfte, weil diese üblicherweise nicht in Fußgängerzonen angeboten werden.

Nach dem Bebauungsplan ist allerdings Decathlon auch erlaubt, auf 800 Quadratmetern Sportbekleidung und Schuhe zu verkaufen – zentren-relevante Produkte.

Händler muss 421 Parkplätze schaffen, 20 für Räder

Weil Decathlon mit einer erheblichen Zahl auswärtiger Kunden der Region rechnet, die mit dem Auto anreisen werden, muss der Händler 421 Parkplätze schaffen – 20 davon für Fahrräder.

Wie das neue Decathlon-Geschäft genau aussehen soll, ist noch unklar. Festgelegt ist aber, dass das Flachdach der Verkaufshalle begrünt wird, eine Hecke entlang der Straße Brammenring und ein paar Bäume für ein wenig Grün sorgen.

Ein 30 Meter hoher Werbepylon mit einem Schriftzug „Decathlon“ von 16 Metern Breite wird auf das neue Sportgeschäft hinweisen. In der Nähe des Eingangs ist ein kleiner Spielplatz vorgesehen. Und in Zukunft soll sich in der Nähe auch das Möbelhaus XXXL Rück ansiedeln. Das ist aber noch unklar.

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