Förderprojekt

Stadt Oberhausen will Lehrschwimmbäder energetisch sanieren

Das Bild zeigt das Lehrschwimmbecken der Schillerschule. Es ist eines der sieben städtischen Lehrschwimmbäder, die mit neuer umweltfreundlicher Heiz- und Regeltechnik ausgerüstet werden sollen.

Das Bild zeigt das Lehrschwimmbecken der Schillerschule. Es ist eines der sieben städtischen Lehrschwimmbäder, die mit neuer umweltfreundlicher Heiz- und Regeltechnik ausgerüstet werden sollen.

Foto: Stadt Oberhausen

Oberhausen.  Mit Hilfe von smarter Technik sollen Schüler-Schwimmbecken in Oberhausen keine Energie mehr verschwenden. Ein bundesweit einzigartiges Projekt.

Es klingt nach Party und dürfte in Zukunft nicht nur viele Schulen glücklich machen: Unter dem Akronym DISKO wandert seit vielen Monaten ein Konzept durch die städtischen Gremien, das sich zum Ziel gesetzt hat, die sieben Lehrschwimmbecken in der Stadt nach neuesten Energiestandards zu sanieren und mit intelligenter Heiztechnik auszustatten.

Hinter DISKO verbirgt sich der etwas sperrige Projekttitel „Digitalisierung als Schlüssel zum Klimaschutz – intelligentes Energiemanagement von Lehrschwimmbädern – Das Oberhausener Modell“. Das Projekt aber gilt nach Aussagen der städtischen Beigeordneten für Umwelt und Mobilität, Sabine Lauxen, als bundesweit einzigartig.

Stadt bewirbt sich um Förderung beim Land NRW

Mit Fördermitteln des Landes aus dem Topf „KommunalerKlimaschutz.NRW“ könnte die Stadt umfassend in die Erneuerung der städtischen Lehrschwimmbäder an den Schulen investieren. Der Hintergrund:_Die städtischen Lehrschwimmbecken befinden sich größtenteils in einem desolaten Zustand und entsprechen nicht mehr den aktuellen Energieeffizienz-Standards. An der Schillerschule beispielsweise gibt es statt Fenstern Glasbausteine, die Heizungsanlagen sind veraltet, die Regeltechnik erlaubt kein energieeffizientes Heizen der Becken.

Die Stadt sieht daher ein umfangreiches Maßnahmenbündel vor, um die Becken in Zukunft zu sanieren und klimagerecht zu betreiben. Neben der Erneuerung von Dämmung, Beleuchtung, Schwimmbad- und Raumlufttechnik sollen die Lehrschwimmbäder mit neuesten Heiz- und Regelanlagen ausgestattet werden. Damit soll auch der Energieverbrauch digital erfasst werden. Wie man es von „Smart Home“-Anwendungen kennt, würde so eine intelligente Steuerung nach Bedarf möglich. „Wir sprechen hier von einer digitalen Vernetzung. Das bedeutet, dass wir die Anlagen zentral von einer Stelle aus steuern können“, erklärte Sabine Lauxen im Umweltausschuss.

Einsparungen von 300.000 Euro im Jahr

Ein externes Ingenieurbüro hat im Auftrag der Stadt errechnet, dass sich dadurch 70 Prozent Energie einsparen ließe. Das wären nach Einschätzung der Experten umgerechnet etwa 1200 Tonnen weniger CO2 und weniger Energiekosten von knapp 300.000 Euro im Jahr – Zahlen, die der Stadt gut in Sachen Haushalt und Erreichen der Klimaschutzziele zu Gesicht stünden. „Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich mit Investition in Klimaschutzmaßnahmen viel Geld sparen lässt“, begrüßte Andreas Blanke von den Grünen das Vorhaben der Verwaltung. Auch die übrigen Parteien sprachen sich für DISKO aus, betonten aber, dass die Digitalisierung der Becken mit einer grundlegenden bautechnischen Sanierung der Schwimmbäder einhergehen sollte. Dies sei in den Planungen berücksichtigt, stellte die Verwaltung klar.

Die kalkulierten Gesamtausgaben für DISKO sind beachtlich und wären mit den Haushaltsmitteln der Kommune alleine nicht zu stemmen. Mit Ausgaben zwischen acht und zehn Millionen Euro rechnet die Stadt. Wobei die zehn Millionen Euro rechnerisch einem Szenario entsprechen, das Kostensteigerungen von 30 Prozent vorwegnimmt.

Land NRW übernimmt 90 Prozent der Kosten

Der Fördertopf „KommunalerKlimaschutz.NRW“ ist nun derart prall gefüllt, dass das ambitionierte Projekt keine Utopie bleiben muss. 90 Prozent der veranschlagten Summe würde das Land übernehmen. Die Stadt müsste sich maximal mit knapp einer Million Euro beteiligen, günstigenfalls mit 790.000 Euro.

Dass die Vorlage um DISKO derzeit erneut als Wiedervorlage zur Vorberatung in die Ausschüsse geht, begründet Sabine Lauxen mit der neuen Kostenrechnung. „Wir wollten bereits im November 2019 den Beschluss fassen, die Kosten sind in der Berechnung allerdings höher ausgefallen als geplant“, stellte sie im Umweltausschuss klar. In der nächsten Sitzung am 17. Februar soll der Rat nun das überarbeitete Konzept beschließen.

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