Klimaschutz

Städte kämpfen gemeinsam für mehr Klimaschutz

Starkregen und überschwemmte Straßen – die Städte in der Region wollen konkret solchen Wetterextremen vorbeugen.

Starkregen und überschwemmte Straßen – die Städte in der Region wollen konkret solchen Wetterextremen vorbeugen.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Oberhausen.  16 Städte der Region als Teamplayer in Sachen Klimaschutz – dieses Projekt soll Ende Oktober in Oberhausen neuen Schwung gewinnen.

Greta Thunberg ist gerade erst mit dem Segelboot in New York angekommen und rückt damit den Klimaschutz auf globaler Bühne von Neuem in den Blickpunkt. Doch auch in der Region tut sich etwas: Am 30. Oktober ist Oberhausen dafür die große Bühne, denn dann unterzeichnet Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) zusammen mit 15 weiteren Stadt-Chefs hier eine neue Verpflichtungs-Erklärung zur Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“. Der Umweltausschuss begrüßte am Donnerstag das Projekt.

Neben Oberhausen sind die Emscherstädte Bochum, Bottrop, Castrop-Rauxel, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Herne, Herten, Mülheim an der Ruhr, Recklinghausen, Witten und Holzwickede seit 2014 in der Zukunftsinitiative engagiert, ebenso die Emschergenossenschaft. Das Ziel: ein gemeinsames Engagement für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung, die vor allem das Klima besser schützt.

„Fridays for Future“ lässt grüßen: Im Zuge dieser städteübergreifenden Zusammenarbeit soll das Ziel Klimaschutz nun möglichst konkret angegangen werden: die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude; die Förderung von E-Mobilität und anderer alternativer Antriebsformen in städtischen Fuhrparks; vernetzte, also städteübergreifende Grünflächenentwicklung, um Frischluftschneisen zu schaffen und Hitze-Inseln entgegenzuwirken; Bauleitplanung mit integrierter Siedlungswasserwirtschaft - das sind nur einige Beispiele, wobei jede Stadt ihre eigenen Schwerpunkte setzen kann.

Eine Leitlinie mit schillerndem Titel

Dazu haben die 16 beteiligten Städte nun eine gemeinsame Leitlinie mit dem schillernden Titel „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ entwickelt. Auch eine eigene Service-Abteilung soll unter dem Dach der Emschergenossenschaft geschaffen werden, um die 16 Städte bei ihrem Klimaschutz-Projekten zu unterstützen und für eine regionale Abstimmung zu sorgen. Erfreulich für die Kommunen: Die nötigen Finanzmittel sind für die ersten fünf Jahre sichergestellt, ohne dass die Städte massiv zur Kasse gebeten werden. Das Geld kommt überwiegend aus Landesmitteln und von der Emschergenossenschaft.

Die massiven Überflutungen in Oberhausen während der letzten großen Starkregen im Mai und Juni 2016 zeigen, wie nötig konkretes Handeln vor Ort ist. Auch die Stadtverwaltung hat das längst erkannt. Sie formuliert in der aktuellen Verwaltungsvorlage zur Zukunftsinitiative: „Die Konsequenzen der Wetterextreme sind steigende Kosten durch Überflutungsschäden sowie eingeschränkt funktionale Ver- und Entsorgungsstrukturen, aber auch gesundheitliche Risiken für die Bürgerinnen und Bürger durch hohe Temperaturen.“ Die Städte wollen beim Klimaschutz „erhebliche Synergien“ gewinnen, gemeinsam Kosten sparen und Instrumente wie Starkregenkarten und Überflutungsmodelle einsetzen, um lokale und regionale Hotspots des Klimawandels zu entschärfen.

Da passt es gut ins Bild, dass der Umweltausschuss am Donnerstag die Entfristung zweier Vollzeitstellen für das Klimaschutz-Management beschlossen hat. Greta Thunberg zeigt nicht nur an der Atlantik-Küste in New York, sondern auch am Oberhausener Emscherufer Wirkung.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben