Behinderung

Steile Haltestellen-Auffahrt macht Rollstuhlfahrern Probleme

Die Rampe zur Haltestelle Lipperfeld in Oberhausen ist zu steil für Rollstühle oder Rollatoren.

Foto: Jörg Schimmel

Die Rampe zur Haltestelle Lipperfeld in Oberhausen ist zu steil für Rollstühle oder Rollatoren.

Im Gewerbegebiet Lipperfeld ist der Anstieg mit elf Prozent viel zu hoch. Sechs Prozent sind üblich. Auch Rollator-Nutzer kämpfen mit der Rampe.

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Ob Rampen sechs oder elf Prozent Steigung haben, bedeutet für viele Menschen keinen großen Unterschied. Für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ist die Differenz allerdings gravierend. Vor allem Rollstuhlfahrer schaffen es dann meist nicht mehr, ohne fremde Hilfe eine Zufahrt oder Rampe hinaufzurollen. Genau dieses Problem betrifft die Stoag-Haltestelle „Im Lipperfeld“, wenn Menschen vom Bürgersteig der Straße hinauf zur Trasse wollen. Diskutiert wurde dieses Problem nun im Beirat für Menschen mit Behinderung.

Maximal sechs Prozent erlaubt

Jochen Sander, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement der Stoag, gab an, bereits vor der Sitzung über die zu hohe Steigung informiert worden zu sein. Acht beziehungsweise elf Prozent betrage die Steigung. Im öffentlichen Bereich sind nach einer DIN-Norm jedoch maximal sechs Prozent vorgeschrieben. „Ganz frisch“ sei der Kontakt mit dem Büro für Chancengleichheit.

Deren Leiterin Britta Costecki kann das bestätigen: Linken-Politikerin Heike Hansen habe sich gemeldet, daraufhin sei das Problem an die Stoag weitergegeben worden. Weshalb dieser Weg mit der enormen Steigung überhaupt so gebaut wurde, kann sich heute keiner mehr erklären.

In der Sitzung entwickelte sich zum Thema eine lebhafte Diskussion. SPD-Ratsherr Klaus Kösling schlug vor, dass zum Beispiel die Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstatt auch den Fahrdienst nutzen könnten. Heike Hansen entgegnete diesem Vorschlag: „Die Leute wollen selbstständig sein und ihren Arbeitsplatz selbst erreichen können. Die wollen keine zusätzliche Hilfe.“ Auch Stephanie Franken von der Lebenshilfe stimmte dieser Argumentation zu.

Vorschlag: einen Aufzug bauen

Dann kam ein Vorschlag auf, einen Aufzug dort zu bauen. „Das ist eine Möglichkeit, allerdings braucht man dann auch zwei für beide Richtungen“, erläutert Stoag-Mann Sander. „Außerdem kostet der Bau wohl eine Million Euro.“ Ein großer Batzen, für den Kosten und Nutzen abgewägt werden müssten.

Um die Diskussion abzukürzen, schlug Britta Costecki einen Ortstermin in naher Zukunft vor, um sich vor Ort ein Bild von der Problematik zu machen. Diesen Stand kann auch Stoag-Sprecherin Sabine Müller aktuell bestätigen. „Die Koordination dafür erfolgt durch das Büro für Chancengleichheit“, sagt sie. Wann genau die Besichtigung ist, steht noch nicht fest.

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