Taxi-Affäre

Strafanzeige gegen Ratsfrau wegen Taxi-Fahrten gestellt

Kritischer Blick auf einen Teil der Unterlagen, die die Taxi-Affäre der Bürgerlisten-Ratsfrau Andrea-Cora Walther belegen sollen: Albert Karschti, einst Geschäftsführer der Bürgerlisten-Gruppe und heute Ratsherr der Gruppe „Offen für Bürger“ (OfB).

Kritischer Blick auf einen Teil der Unterlagen, die die Taxi-Affäre der Bürgerlisten-Ratsfrau Andrea-Cora Walther belegen sollen: Albert Karschti, einst Geschäftsführer der Bürgerlisten-Gruppe und heute Ratsherr der Gruppe „Offen für Bürger“ (OfB).

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Um die Taxi-Affäre einer Oberhausener Ratsfrau kümmert sich nun die Staatsanwaltschaft Duisburg. Gegen die Politikerin wurde Anzeige erstattet.

Die Taxi-Affäre zieht weitere Kreise: Nun hat der frühere Geschäftsführer der Bürgerliste, Albert Karschti, Strafanzeige gegen seine einstige politische Kollegin, Andrea-Cora Walther, gestellt. „Ich habe mir juristischen Rat gesucht: Es gibt genug Indizien, dass hier Betrug vorliegt. Deshalb habe ich bei der Polizei in Duisburg vor Ort Anzeige erstattet. Frau Walther hat mutwillig und vorsätzlich gehandelt“, ist Karschti überzeugt. Er war seit Juni 2014 zunächst Ratsherr beim Bürgerbündnis BOB, dann bei der Bürgerliste und ist nun bei der neuen Gruppe „Offen für Bürger“.

Minijobber als Taxi-Fahrer für Tochter beschäftigt

Walther hat nach eigenen Angaben drei Jahre lang von 2016 bis 2018 einen Minijobber auf Kosten der Bürgerlisten-Gruppe angestellt, um ihn für 15 Euro die Stunde als Fahrer für ihre Tochter zu beschäftigen, die während ihrer politischen Arbeit zum Bundesliga-Fußballtraining nach Essen musste. Unabhängig von der Anzeige prüft derzeit die Staatsanwaltschaft Duisburg den Anfangsverdacht eines strafrechtlichen Verstoßes und ob ein Ermittlungsverfahren eröffnet wird.

Welche Schuld hat Albert Karschti?

Die Frage, ob Karschti selbst als Bürgerlisten-Geschäftsführer Fehler gemacht hat und selbst ein Verfahren befürchten muss, beantwortet er nur zögerlich. „Ich gebe zu, dass ein klares Controlling fehlte. Ich hätte mich schon eher mit der Sache auseinandersetzen müssen. Allerdings war ich nur ein politischer Geschäftsführer, hätte die Kontrolle aus privaten Gründen gar nicht machen können.“

Karschti gibt an, er selbst habe erst im Sommer 2018 erfahren, dass Walther Beschäftigte als Chauffeur für ihre Tochter einsetzt. „Mir war das nicht bekannt, Frau Walther hat diese Arbeitsverträge alleine geschlossen, ich habe die nicht gesehen.“ Verwendungsnachweise der Gruppen-Gelder für die Stadtkanzlei seien alleine von Frau Walther unterschrieben worden.

Genug belegbare Beweise

Erst im Frühjahr 2019 habe er genug belegbare Beweise zusammengetragen, um die Stadtkanzlei auf den Fall aufmerksam zu machen. Und die habe schnell festgestellt, dass Andrea-Cora Walther mit den Taxi-Fahrten für ihre Tochter auf Stadtkosten rechtswidrig gehandelt habe.

Dies sei eindeutig, auch weil Fahrtkosten nicht zu abrechenbaren Kinderbetreuungskosten zählen.

Karschti fordert Walther erneut auf, ihr Ratsmandat niederzulegen: „Sie hat dem Ansehen aller Politiker enormen Schaden zugefügt.“

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