Gewalttat

Streit um zehn Euro in Oberhausen endet lebensgefährlich

Vor dem Landgericht Duisburg muss sich ein 28-jähriger Syrer wegen einer Messerattacke verantworten.

Foto: Udo Milbret

Vor dem Landgericht Duisburg muss sich ein 28-jähriger Syrer wegen einer Messerattacke verantworten.

OBERHAUSEN.  Es ging um eine geringe Summe, doch ein 28-Jähriger stach seinem Landsmann ein Messer in die Leber. Jetzt läuft in Duisburg der Prozess.

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Um zehn Euro ging es bei einem heftigen Streit, der am Abend des 15. September 2017 vor dem Oberhausener Hauptbahnhof blutig endete. Bei der hitzigen Diskussion um eine Restschuld aus dem Kauf einer Jeans, stach ein 28-jähriger Syrer einem sechs Jahre jüngeren Landsmann ein Messer in den Bauch. Seit Dienstag muss er sich wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Duisburg verantworten.

Die Anklage geht davon aus, dass die beiden Männer kurz nach 20.30 Uhr aneinander gerieten. Der Angeklagte soll seinen Widersacher geschubst haben, der antwortete mit einer Ohrfeige. Daraufhin soll der 28-jährige Oberhausener ein Klappmesser mit sieben Zentimeter Klingenlänge gezogen und es dem Opfer in den Bauch gerammt haben.

Der lebensgefährlich getroffene Mann, dessen Leber verletzt wurde und der viel Blut verlor, wandte sich um und ging gekrümmt und vor Schmerzen schreiend auf eine Bushaltestelle zu. Dort brach er zusammen. Zeugen leisteten erste Hilfe. Eine Notoperation im Krankenhaus rettete dem 22-Jährigen das Leben.

„Mit Fäusten auf mich eingeschlagen“

Der Angeklagte berichtete, der von ihm so lebensgefährlich verletzte Mann habe ihn wegen des Geldes angesprochen. Er habe aber nicht zahlen wollen. Es gab Streit. „Der Geschädigte und sein Begleiter haben mit Fäusten auf mich eingeschlagen“, gibt der 28-Jährige an. Er habe das Messer nur aus der Tasche gezogen, um den Angreifern Angst zu machen. Der Angeklagte bestreitet nicht, den Zeugen gestochen zu haben. Doch er habe ihn eigentlich nur schubsen wollen – mit dem Messer in der Hand.

Zeugen hatten dagegen von den angeblichen Übergriffen gegen den Angeklagten nichts beobachtet: Übereinstimmend berichteten sie, es habe ein Gerangel gegeben, dann habe der Geschädigte dem Angeklagten eine Ohrfeige versetzt, der habe mit dem Messer zugestochen. Einige Zeugen hatten allerdings nicht einmal das kleine Messer, sondern nur einen Schlag in den Bauch gesehen.

Unmittelbar nach dem Stich war der Angeklagte geflohen. Zwei Zeugen verfolgten ihn, konnten ihn auf der Poststraße einholen und ihn festnehmen. Sie nahmen dem Mann die Waffe ab und übergaben Angeklagten und Messer der Polizei.

Für das Verfahren vor dem Landgericht sind drei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil soll nach bisheriger Planung der Richter am nächsten Dienstag, 20. März, gesprochen werden.

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