Konzert-Ereignis

„The Damned“ krönen Nostalgie-Tag in der Turbinenhalle

Captain Sensible

Foto: Raymond Ahner / Imago

Captain Sensible Foto: Raymond Ahner / Imago

Oberhausen.   Acht einst große Bands aus den 1980ern feiern in Turbinenhalle New Waves Day. Als Headliner prunken „Fields of the Nephilim“ mit düsterem Pathos.

Der 26. Mai ist der „Schwarzen Szene“ vorbehalten. An diesem Samstag steigt in der Turbinenhalle gleich einen ganzen Festivaltag lang der „New Waves Day“. Schon ab 15 Uhr sind, mit der Kölner Postpunk-Band „Holygram“ als Opener, insgesamt acht Bands aufgeboten, die verschiedenste Spielarten von Darkwave, Rockabilly, Gothic, Electronic und Punk verkörpern – und obendrein auch noch aus den 1980ern stammen.

Als Headliner spielen „Fields of the Nephilim“. Das Quintett aus dem englischen Stevenage wird seit 1983 in einer Reihe mit Bands wie Joy Division, The Cure und den Sisters Of Mercy genannt. Sie ist in Darkwave und Gothic-Kreisen hoch geschätzt, obwohl sie bis heute nur fünf offizielle Studioalben veröffentlicht hat. „Fields of the Nephilim“ ist jene Band, die schon in den 80er Jahren die Musik um eine bedrohliche und Angst einflößende Komponente bereicherte. Treibender Grundrhythmus, perlendes Gitarrenspiel, pulsierender Bass, sphärische und eiskalte Keyboardflächen, dazu die Grabesstimme von Sänger und Mastermind Carl McCoy erzeugen um 22.50 Uhr Gänsehautfeeling.

Internationale Erfolge gefeiert

Zuvor spielen um 16.40 Uhr „Clan of Xymox“, das holländische Quintett um das letzte verbliebene Gründungsmitglied Ronny Moorings. Die Fünf konnten mit einem gefühlvollen und getragenen Gitarren- und Keyboard-Sound und mit Hunderttausenden verkaufter Tonträger international Erfolge feiern. Neben Hits wie „Emily“ und „Louise“ bringen sie auch Songs von ihrem aktuellen Album „Days of Black“ von 2017, mit dem sie nahtlos an alte Zeiten anknüpfen.

Bei diesem Festival hat man auch die Gelegenheit, mit „Chameleons Vox“ die Band des Sängers und Bassisten Mark Burgess zu hören, der mit seiner damaligen Band „The Chameleons“ und dem Album „Script of the Bridge“ von 1983 eines der bedeutendsten Postpunk-Alben des Jahrzehnts veröffentlichte, das immer noch für Gros dieses Sets sorgen wird.

Vorbilder für Trent Reznor

„Trisomie 21“, die Band der Brüder Philippe (Gesang) und Hervé Lomprez (Keyboard, Gitarre, Bass), zählen seit 1980 zur Cold- und Darkwave-Szene und veröffentlichen nach wie vor Alben. „Elegance never Dies“ ist ihr aktuelles, und daneben kann man sich auf Hits wie „Midnight of my Life“ und „La Fête Triste“ freuen.

Härter und punkiger geben sich „Der Fluch“ aus Köln, die seit 1981 – mit zwölfjähriger Unterbrechung – bestehen und trotz ihres Rockabilly-Sounds auch als Mitbegründer der deutschen Gothic-Szene gelten. Weitaus elektronischer und gebrochener klingen die „Young Gods“ aus der Schweiz. Das Trio arbeitet eher Industrial-mäßig, mit harten Beats und Samples. Die „Young Gods“ waren Vorbilder für Düster-Stars wie Trent Reznor – und das heißt was.

Das Line-up des Tages vollenden als Co-Headliner um 21.10 Uhr die Punk-Urgesteine „The Damned“. Mit ihnen heißt es: „Wait for the Blackout“, „So Messed up“ oder „Smash it up“ plus einem weiteren Strauß echter Punk-Klassiker. Eine Aftershow-Party von 1 Uhr an schließt ein zehnstündiges Programm ab, das in dieser ausgeklügelten Konstellation nicht so oft zu finden sein dürfte.

>>>Zum „New Waves Day“gibt’s schwarze T-Shirts

Karten für den langen Nachmittag und Abend am Samstag, 26. Mai, in der Turbinenhalle im Lipperfeld kosten 56,80 Euro. Wer dazu das schwarze Festival-T-Shirt des Vorjahres (also von der „New Waves Day“-Premiere) erwerben möchte, zahlt 61,80 Euro (Ticket inklusive).


Die Homepage new-waves-day.com von Headline Concerts bietet einen Link zum Ticketkauf, nennt die Auftrittszeiten – ist ansonsten aber spartanisch ausgestattet. Infos zu den acht Bands? Fehlanzeige.

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