Krankenhaus-Insolvenz

Verdi kritisiert geplante Kündigungen von KKO-Mitarbeitern

Im St.-Clemens-Hospital sitzt die Geschäftsführung des Katholischen Klinikums KKO, das in Oberhausen drei Klinik-Standorte hat.

Im St.-Clemens-Hospital sitzt die Geschäftsführung des Katholischen Klinikums KKO, das in Oberhausen drei Klinik-Standorte hat.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Verdi lobt zwar die Informationspolitik der Spitze des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO), kann aber eine Sache nicht verstehen.

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Die für Krankenhaus-Beschäftigte zuständige Gewerkschaft Verdi hat das Sanierungskonzept für das finanziell angeschlagene Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) in einem entscheidenden Punkt heftig kritisiert.

Dass der Abbau von 240 Arbeitsplätzen beim Klinikum angeblich aus wirtschaftlichen Gründen absolut notwendig erscheint, ist der eine Grund, warum Verdi sich nun in den Prozess aktiv einschaltet. Dass dieser Schwund von wichtigen Jobs aber nach Angaben der Klinikum-Führung nur erfolgen kann, wenn man einen Teil der betroffenen Mitarbeiter betriebsbedingt kündigt, findet Verdi unmöglich.

Verdi: KKO-Spitze muss alle Möglichkeiten ausschöpfen

„Wir erwarten, dass sich das KKO seiner sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst wird und alle Möglichkeiten ergreift, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden “, fordert Henrike Eickholt, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi Ruhr-West, in einer Pressemitteilung von Verdi. Die Ankündigung der Geschäftsführung, auf betriebsbedingte Kündigungen nicht verzichten zu können, sorge bei den Beschäftigten des Klinikums für eine hohe Verunsicherung – und zwar in allen Betriebsteilen der KKO-Gruppe.

Verdi lobt allerdings auch die Verantwortlichen im Insolvenzverfahren, den Generalbevollmächtigten und Insolvenzrechtler Christoph Niering und den neuen amtierenden KKO-Chef Christian Eckert. Die Mitarbeiter seien auf den Betriebsversammlungen am Donnerstag gut über die Lage des KKO und das Sanierungskonzept informiert worden. Man habe in der katholischen Heidekirche an der Vestischen Straße klargemacht, dass man mit der Mitarbeitervertretung und dem Betriebsrat jetzt intensive Gespräche führen wird, welche Folgen die geplanten Maßnahmen konkret für die Beschäftigten haben werden.

Karten fürs KKO noch nicht sortiert

Viele Dinge seien aber für den einzelnen Mitarbeiter einfach nur völlig unklar. „Die Karten liegen jetzt alle auf dem Tisch, nur sortiert sind sie noch nicht“, sagt Björn Jadzinski, der bei der Oberhausener Verdi für den Gesundheitsbereich zuständig ist.

Verdi lädt zur Info-Veranstaltung ein

Weil natürlich viele KKO-Mitarbeiter eine Menge Fragen haben, lädt die Gewerkschaft nun alle interessierten Beschäftigten zu einer Versammlung in der nächsten Woche ein. Sie findet am Donnerstag, 22. August, ab 16.30 Uhr im Oberhausener DGB-Haus an der Friedrich-Karl-Straße statt.

Hier können nach Angaben von Verdi ganz praktische Fragen geklärt werden: Gibt es Risiken bei einem Aufhebungsvertrag? Oder: Wie lang ist mein Kündigungsschutz? Kontakt per Mail an fb03.ruhr-west@verdi.de oder Telefon 0208-456710.

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