Literatur

Verein vergibt neuen Literaturpreis für „Junges Oberhausen“

Eisenheimer aus Passion: Prof. Roland Günter (re.) führt hier mit Marcus Schütte vom Kreativquartier den Filmregisseur Adolf Winkelmann (li.) durch die Siedlung. Im Literaturhaus liest Prof. Günter aus seinen Memoiren.

Eisenheimer aus Passion: Prof. Roland Günter (re.) führt hier mit Marcus Schütte vom Kreativquartier den Filmregisseur Adolf Winkelmann (li.) durch die Siedlung. Im Literaturhaus liest Prof. Günter aus seinen Memoiren.

Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   Mit „Oberhausen schreibt“ setzt der Literaturhaus-Verein 2019 markanten Schwerpunkt. Marion Poschmann ist prominentester Gast im ersten Quartal.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Fünfmal ausverkauft, bei insgesamt 27 literarischen Abenden mit insgesamt mehr als tausend Besuchern: Dabei hat Hartmut Kowsky-Kawelke den ausverkauften Leseabend mit Cordula Stratmann und Bjarne Mädel im Theater nicht einmal mitgezählt – „das war ja eine Kooperationsveranstaltung mit der Lit. Ruhr“, meint der Literaturhaus-Vorsitzende fast abwiegelnd.

Emsig im 14-Tage-Takt soll’s 2019 weitergehen an der Marktstraße 146 – mit dem neuen Schwerpunkt „Oberhausen schreibt“. Er will ja gar nicht wieder mit Ralf Rothmann als ersehntem Gast anfangen, meint Kowsky-Kawelke, doch Oberhausen habe neben dem Feuilleton-Liebling noch etliche lesenswerte Autoren zu bieten.

Zudem wollen die Literaturhäusler neue Talente entdecken: Für 16- bis 25-Jährige schreiben sie den Literaturpreis „Junges Oberhausen“ aus. Die Jury ist bereits bestens besetzt mit der Ruhr-Literaturpreisträgerin und Lyrikerin Lütfiye Güzel, dem Marktstraßenschreiber Ralph Hammerthaler und mit Diana Bengel, der Leiterin der Stadtbibliothek. Im November soll der neue Literaturpreis erstmals verliehen werden (ausführlicher Bericht folgt).

Dem steilen Aufstieg des Vereins entspricht der Jahresauftakt 2019 mit einem „Geländeroman“. So nennt Esther Kinsky ihr Werk „Hain“, für das die Wahl-Berlinerin im Vorjahr den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat. „Sprachlich großartig“, wie Hartmut Kowsky-Kawelke meint, beschreibt Kinsky den Blick eines trauernden Menschen auf die Welt, zu erleben am Freitag, 18. Januar.

Memoiren eines Eisenheimers

Zum würdigen Auftakt der Reihe „Oberhausen schreibt“ am Freitag, 8. Februar, hat sich das Literaturhaus den produktivsten Autoren der Stadt eingeladen: Prof. Roland Günther publizierte über 60 Bücher vom Toskana-Reiseführer über Revier-Klassiker bis zur aktuellen 2015er Streitschrift „Vom Elend der Denkmalpflege und der Stadtplanung“. Im Literaturhaus liest der 82-jährige Eisenheimer aus Überzeugung aus seinen noch unvollendeten Memoiren.

„Ungewollt aktuell“ nennt der Literaturhaus-Vorsitzende den Termin mit dem kurdischen Literaten Bachtyar Ali am Freitag, 22. Februar: Denn in diesen Tagen werden die Kurden in Syrien wieder einmal zum Bauernopfer der Weltpolitik. Der 52-jährige Bachtyar Ali aus der Millionenstadt Sulaimaniyya im irakischen Kurdistan lebt heute in Köln. Sein aktuelles Werk „Die Stadt der weißen Musiker“ verknüpft Märchenhaftes mit Zeitdiagnose. Klaus Zwick vom Ensemble des Theaters Oberhausen wird für den Romancier lesen.

Suche nach einem Fetzen Wahrheit

Als einen „Bildersturm“ bewirbt der Berliner Verbrecher-Verlag den Debütroman „Still halten“ von Jovana Reisinger. In Oberhausen hatte sich die 29-Jährige als Filmemacherin bei den Kurzfilmtagen vorgestellt – und 2017 prompt den Zonta-Preis gewonnen. In „Still halten“ erzählt Jovana Reisinger am Freitag, 8. März, von einer jungen Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter aus der Großstadt in das geerbte Haus auf dem Lande zurückkehrt: „ein Ankommen ohne anzukommen“.

Gleiches ließe sich von Gilbert Silvester sagen, dem Protagonisten in Marion Poschmanns Reiseroman „Die Kieferninseln“: Der Privatdozent durchwandert Japan an der Seite des lebensmüden Studenten Yosa. NDR Kultur zeigte sich entzückt von einer „lustigen und traurigen und ganz und gar wunderbaren Geschichte davon, wie wir durch die Welt irren und nach einem Fetzen Wahrheit suchen“. Marion Poschmanns Lesung am Freitag, 22. März, beendet weltumspannend das erste Quartal im Literaturhaus.

>>> Fünf Literaten und ein „literarisches Duett“

Im ersten Quartal 2019 bleibt der Literaturhaus-Verein seinem Domizil in der Marktstraße 146 treu: Dort beginnen alle Freitags-Lesungen jeweils um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr). Die teuersten Abende zu 12 Euro sind jene mit Esther Kinsky, Bachtyar Ali und Marion Poschmann (ermäßigt 6 Euro). Karten gibt’s nebenan in der Weinlounge Le Baron, in Sterkrade in der Buchhandlung Wiebus und in Schmachtendorf bei Tabakwaren Brinkmann.

Vormerken sollten sich Bücherbegeisterte auch das „literarische Duett“ am Freitag, 15. März: Zur Leipziger Buchmesse geben Janelle Pötzsch und Harald Obendiek ausgefeilte Empfehlungen – und die eine oder andere Warnung ab.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben