Nahverkehr

Von Essen zum Centro – Grüne machen Druck bei Linie 105

Dieser Prellbock soll nach Meinung der Grünen schnellstmöglich verschwinden – nach wie vor endet die Linie 105 in Essen-Frintrop.

Dieser Prellbock soll nach Meinung der Grünen schnellstmöglich verschwinden – nach wie vor endet die Linie 105 in Essen-Frintrop.

Foto: Lars Heidrich / FFS

Oberhausen.  Neue Weichenstellung für die Straßenbahn 105: Die Stimmen mehren sich, die eine Verlängerung der Essener Tram-Linie bis zur Neuen Mitte fordern.

Als ein Zeichen in die richtige Richtung wertet die Ratsfraktion der Grünen die Aussagen des Oberhausener Oberbürgermeisters Daniel Schranz, das Projekt einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Essen-Frintrop bis zur Neuen Mitte neu zu beleben.

Die Grünen weisen darauf hin, dass sie sich als Initiator des damaligen Aktionsbündnisses „Sag ja zur 105“ federführend für das Projekt eingesetzt hätten. Eine Mehrheit pro Linie 105 sei beim Oberhausener Ratsbürgerentscheid 2015 auch deshalb nicht zustande gekommen, „da die CDU mit dem damaligen Oppositionsführer Schranz im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl aus Kostengründen vehement gegen das Projekt argumentierte“.

Schon damals sei absehbar gewesen, dass der Straßenverkehr mit zunehmender Bebauung im Bereich der Neuen Mitte an die Belastungsgrenze stoßen würde. Daher sei eine Neuaufnahme der Planungen zu einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 „mehr als überfällig“, sagt Norbert Axt, Vorsitzender des Umweltausschusses, der ergänzt: „Mittlerweile setzt sich nicht nur in Oberhausen die Erkenntnis durch, dass wir sowohl aus Klimaschutzgründen als auch angesichts der Überlastung der Straßen eine Verkehrswende vorwärtstreiben müssen. Leider ist wertvolle Zeit verloren gegangen.“

Haltestellen dort, wo Menschen arbeiten, einkaufen, wohnen

Kritisch sehen die Grünen den nun ins Auge gefassten möglichen Streckenverlauf entlang der Essener Straße. Aus ihrer Sicht würden damit das Stahlwerksgelände und die dortigen Ansiedlungen nicht ausreichend angebunden. „Wir sollten die Haltestellen dort bauen, wo die Menschen arbeiten, einkaufen und wohnen. Die Verkehrsgutachten belegen, dass die beste Auslastung zu erwarten ist, wenn die Trasse über das Stahlwerksgelände verläuft und auch künftige Wohngebiete an den ÖPNV anbindet“, so Andreas Blanke, Fraktionssprecher der Grünen.

Weitere Firmenansiedlungen mit entsprechendem Zulieferer- und Publikumsverkehr seien zu erwarten, auch eine ergänzende neue Wohnbebauung. Außerdem sei die Trassenführung über die Straße „immer die ungünstigere Variante“, zeigen sich die Grünen überzeugt. Straßenbahnen sollten stets hindernis-, kreuzungsfrei und unabhängig von Routen anderer Verkehrsträger fahren. Hier dürfe auf keinen Fall an der falschen Stelle gespart werden.

Mit dem beschlossenen Masterplan Neue Mitte 4.0. könne ein übergeordnetes Verkehrskonzept erstellt werden, um die Verkehrserschließung umweltgerecht und innovativ weiterzuentwickeln, so Fraktionssprecher Blanke. Der Masterplan müsse allerdings schneller kommen, nicht erst bis zum Jahr 2023, wie es derzeit vorgesehen sei. „Bis zur Realisierung von Maßnahmen muss man sicher zehn Jahre rechnen – hier muss über eine Beschleunigung und unter Umständen das Vorziehen einzelner Maßnahmen, wie die Weiterführung der Linie 105, intensiv nachgedacht werden.“

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