Unebene Wege

Hundehalterin: Steg über Bach ist Stolperfalle für Tiere

Zwischen diesen Holzbohlen blieb „Henry“ mit einer Pfote hängen. Frauchen Susanne Fröhlich konnte ihn unverletzt befreien.

Foto: Tom Thöne

Zwischen diesen Holzbohlen blieb „Henry“ mit einer Pfote hängen. Frauchen Susanne Fröhlich konnte ihn unverletzt befreien. Foto: Tom Thöne

Oberhausen-Königshardt.   Hund einer Spaziergängerin geriet in Oberhausener Wald zwischen die Bohlen eines Bachenstegs. Revierförster: Gefahr für Rehe bestehe nicht.

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Susanne Fröhlich und ihr Berner Sennenhund Henry sind regelmäßig im Wald unterwegs. Ihr bevorzugtes Wandergebiet ist der Forst am Ende der Immenstraße in Königshardt. Genau dort aber erlebte die Hundeliebhaberin kürzlich eine Schrecksekunde. „Mein Hund blieb mit einer Hinterpfote in einem Spalt zwischen den Bohlen des maroden Bachenstegs hängen. Zum Glück konnte ich ihn schnell und unverletzt dort herausbekommen.“

Sorgen bereitet der Königshardterin aber, dass der alte verwitterte Steg für Tiere des Waldes eine Gefahr sein könnte: „Was würde geschehen, wenn ein Reh mit einem Lauf dort hineingeriete. Das könnte sich schwer verletzen und womöglich qualvoll verenden.“

Diese Gefahr sieht der langjährige Revierförster des Landesverbandes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, Michael Herbrecht, nicht: „Man kann immer wieder nur sagen, dass die Waldtiere viel intelligenter sind als man gemeinhin glaubt. Ich habe es in meinen vielen Dienstjahren so gut wie nie erlebt, dass sich Tiere irgendwie in der Natur verfangen haben.“

Im Wald ziehen die Rehe ihre eigenen Wechsel, sagt der Experte: „Dort werden sie bereits von ihrer Ricke dazu erzogen. Ein Reh würde wohl auch kaum über eine solche Querung laufen.“

Gefahrenpotenzial wird oft von Menschen geschaffen

Anders sehe das Gefahrenpotenzial mit vom Menschen geschaffenen Toren und Zäunen aus: „Da erlebe ich leider immer wieder tragische Fälle. Hier mahne ich dann die Bauherren schnell an, sofern ich solche Fallen entdecke.“

Auch das Waldstück, in dem sich der Bachensteg im Oberhausener Norde befindet, fällt in die Zuständigkeit des nordrhein-westfälischen Landesbetriebes Wald und Holz. Dennoch haben sich auch Vertreter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) diesen Bachensteg angeschaut. Stadtsprecher Martin Berger fasst das Ergebnis des Ortstermins zusammen: „Die Brücke fällt jedoch nicht in die Zuständigkeit der WBO; dementsprechend werden von ihr auch keine Wartungsarbeiten durchgeführt.“

Keine zentrale Meldestelle

Auch Revierförster Michael Herbrecht kennt diese Stelle gut. Er gibt zu bedenken: „Es handelt sich hier bewusst um einen naturnah angelegten Wanderweg. Der wurde – gegen unseren Willen – von Ehrenamtlern durch ein Geländer besäumt. Dieses Geländer scheint abgebrochen zu sein; es wird von uns entfernt.“ Bei der vermeintlichen Brücke handele es sich zudem „nur um eine Querungshilfe mit Planken“, sagt Herbrecht: „Wer diesen Weg nicht begehen kann, darf nicht in den Wald gehen, denn hier gilt gemäß Landesforstgesetz, dass das Betreten auf eigene Gefahr ist.“ Waldtypische Gefahren wie herunterfallende Äste, aber auch ein umstürzender Baum oder halt unebene Wege gehören zu den natürlichen waldtypischen Gefahren.

Wer im Wald eine Gefahrenstelle entdeckt, kann sich im Zweifel an den Stadt- oder Revierförster wenden. Herbrecht: „Eine zentrale Meldestelle dafür gibt es leider nicht. Ich berate jeden Bürger aber auch, wenn ich im jeweiligen Wald nicht zuständig bin.“ Er helfe beispielsweise mit einem Blick ins Kataster, um den Besitzer des betreffenden Waldes zu finden.

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