Kommunale Ordnungsoffensive

Was Ordnungskräfte auf Streife in Sterkrade-City erleben

Der Oberhausener Bürger Jörg Laumann im Gespräch mit den Ordnungskräften auf der Bahnhofstraße. Er beklagt sich über eine zugeparkte Einfahrt vor seiner Wohnung.

Foto: Kerstin Bögeholz

Der Oberhausener Bürger Jörg Laumann im Gespräch mit den Ordnungskräften auf der Bahnhofstraße. Er beklagt sich über eine zugeparkte Einfahrt vor seiner Wohnung. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Eine Woche lang wird der Kommunale Ordnungsdienst in Sterkrade verstärkt. Beim Wochenmarkt am Samstag gibt es jede Menge zu tun.

Auch für Sterkrade hat Oberbürgermeister Daniel Schranz die Ordungsoffensive ausgerufen. Deshalb ist der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) dort seit vergangenem Mittwoch für eine Woche lang verstärkt. Wie sich zeigt, ist das beim Wochenmarkt am Samstag besonders lohnend. Frau Hinz (45) und Herr Jungblut (46) sind zwei von fünf eingesetzten Ordnungskräften, die an diesem Nachmittag in der City und ihrer Umgebung un­terwegs sind.

Hier herrscht Hochbetrieb. Hastig laufen die Menschen durch die Straßen, betreten die Läden oder stehen an den Markständen an. Familien, die bereits eingekauft haben, schlendern mit einem Eis in Händen durch die Fußgängerzone.

Hinz und Jungblut starten am Technischen Rathaus. Ihre Vornamen möchten sie nicht in der Zeitung lesen. „Wir wollen nicht, dass jemand uns auch noch privat nachstellt“, begründen sie das. Ihre Aufgabe lautet heute, Kontakt mit Bürgern aufzunehmen, Passanten auf Fehlverhalten hinzuweisen und ihre Anregungen aufzunehmen.

Das Stammrevier der beiden ist eigentlich Alt-Oberhausen östlich der Mülheimer Straße. Aber jetzt sind sie in Sterkrade. Noch bevor sie aufbrechen, parkt ein Pärchen vor dem Rathaus. Jungblut spricht es an. Es setzt das Auto um. Der Fahrer hat einen Behindertenausweis. Aber die fünf Behindertenparkplätze sind belegt. Der Mann vom KOD zeigt um die Ecke des Rathauses, wo es noch weitere gibt.

Fortbildung absolviert

„Ich freue mich über jeden, den ich nicht aufschreiben muss“, sagt Jungblut. Bevor der gelernte Einzelhandelskaufmann vor ein paar Jahren zur Stadt wechselte, hat er Geld transportiert, war auch mal arbeitslos. Bei der Stadt schätzt er die sichere Anstellung.

Frau Hinz notiert sich das Kennzeichen eines Kleinwagens, der aus der Fußgängerzone herausfährt. „Wir dürfen ja keine Fahrzeuge anhalten“, sagt sie. Aber außerhalb der Lieferzeiten dürfe man hier nur fahren, wenn man in ei­nem Hinterhof seine Garage habe. Die Verwarnung und das anschließende Verfahren, das sie veranlasst, wird es klären. Bis zu ihrem Wechsel zur Stadt 2005 hat Hinz als Verkäuferin gearbeitet. „Ich wollte mich verändern“, sagt sie und absolvierte eine Fortbildung in Ordnungs- und Verkehrsrecht, in Selbstverteidigung und im Umgang mit Hunden.

Jetzt geht’s Schlag auf Schlag. Ein Apotheken-Lieferant fährt außerhalb der Lieferzeit vor, hat aber die nötige Ausnahmegenehmigung nicht dabei. Jungblut bittet einen Radler, hier abzusteigen. Der reagiert erst dreist, ehe er absteigt: „Wieso, ich fahre doch gar nicht!“

Ein Mann spricht Frau Hinz auf Müll am Zilianplatz an. Die Streife wird es sich anschauen. Aber zunächst lässt ein Autofahrer an der Einmündung Wilhelmstraße seinen Beifahrer aussteigen. Jungblut weist ihn auf das absolute Halteverbot hin. Ob Geschäfte verpflichtet seien, einen Fußgänger die Notdurft verrichten zu lassen, möchte eine Frau von ihm wissen. Aber da muss er passen.

Den vermutlich nicht angemeldeten Straßenverkauf auf einem Teppich lassen die beiden Ordnungskräfte erst einmal unangetastet. Mehrere überquellende Mülltonnen sind das größere Problem. Sie wurden wegen des Streiks nicht geleert. Hinz klingelt vergeblich an den Haustüren. Zusammen mit ei­ner Ladeninhaberin schiebt sie zwei Tonnen selbst fort.

Dann wird sie gefragt, ob Hunde auf dem Wochenmarkt statthaft sind. Sie notiert es sich, um im Rathaus nachzufragen. Dann geht es weiter zum Zilianplatz.

>>>INFO: Der Kommunale Ordnungsdienst

In zwei Schichten werden die 24 Ordnungskräfte tätig, eine von morgens bis nachmittags, die andere dann bis abends. In der Innenstadt ist immer ein Team präsent. Polizei und Feuerwehr sind jederzeit erreichbar. Der Innendienst oder eine Rufbereitschaft nehmen zum Beispiele Fundtiere an oder belegen Notunterkünfte.

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