Stadtentwicklung

Was sich Studenten für die Oberhausener Innenstadt wünschen

Professorin Alexandra Apfelbaum von der Fachhochschule Dortmund beim Stadtspaziergang am Samstag auf der Marktstraße.

Professorin Alexandra Apfelbaum von der Fachhochschule Dortmund beim Stadtspaziergang am Samstag auf der Marktstraße.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Wochenlang haben Studenten von vier Hochschulen über Lösungen für die Innenstadt Oberhausen gebrütet. Zum Abschluss zeigten sie ihre Vorschläge.

In einer gläsernen Galerie am Friedensplatz Cafés ansiedeln oder den Busbahnhof auf die Westseite des Hauptbahnhofs verlegen, das sind nur zwei von vielen Überlegungen der Sommerschule des Vereins Ruhrmoderne. Am Samstag wurden sie bei vier Stadtspaziergängen mit Studenten der beteiligten Hochschulen präsentiert.

Die Sommerschule war einer der Vorschläge nach der Eröffnung des „Supermarkts der Ideen“ im vergangenen Jahr, wie es gelingen könnte, neue Ideen für die Innenstadt zu entwickeln. Jedes Jahr organisiert es der Dortmunder Verein, in dessen Vorstand übrigens die frühere Oberhausener Stadtplanerin Andrea Baudek sitzt, dass sich Studierende einschlägiger Fachrichtungen in einer anderen Stadt des Ruhrgebiets mit solchen Problemen beschäftigen. Im April hatte sie in Oberhausen begonnen.

Zur Präsentation der Ergebnisse hatten sich die Veranstalter neben einer Ausstellung im „Supermarkt der Ideen“ am Samstag thematische Stadtspaziergänge einfallen lassen. So zogen Architektur-Studenten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit einem Kreis von Interessierten am Nachmittag los, um deren Perspektiven zu vier Standorten kennenzulernen.

Gläserne Galerie am Friedensplatz

Erstes Ziel war der Friedensplatz. „Am liebsten würde ich hier verweilen“, begründete Architekturstudentin Raffaela Reinecke, warum sie sich damit beschäftigt hat. Sie würde die Backsteinarchitektur gegenüber dem Polizeipräsidium um eine gläserne Galerie erweitern. „Damit könnten sich deren Erdgeschosse dem Platz hin öffnen“, erklärte sie.

Ziel soll sein, den Friedensplatz zu beleben. „Aber würde man, wenn sich darin Cafés niederlassen würden, nicht einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Marktstraße auslösen?“, hielt ihr jemand entgegen. Reinecke erwiderte, dass ja die Marktstraße als Einkaufsstraße verkürzt werden soll. „Außerdem müssen es ja nicht nur Cafés sein.“ Als Alternative nannte sie einen Weinhandel. Um die Wasserflächen dort attraktiver zu machen, schlägt sie vor, ihr Umfeld so umzugestalten, dass man näher ans Wasser herankommt.

Neue Parkanlage vor dem Hauptbahnhof

Kontrovers diskutierten die Spaziergänger vor dem Hauptbahnhof über den Vorschlag, entweder nur den Taxistand oder gleich auch den Busbahnhof von dort zu verbannen. Damit würde Platz geschaffen für eine parkähnliche Gestaltung.

„Für schnelle Anschlüsse ist die Busstation aber wichtig“, gab eine Frau zu bedenken. Raffaela Reinecke hielt ihr entgegen, auf der Westseite des Bahnhofs könnten Reisende die Busstation sogar direkt vom Zug aus einsehen.

Unabhängig davon, ob der Westausgang die Busstation aufnehmen wird oder nicht, entwarf die Studentin Laura König die Idee, aus dem vorhandenen Parkdeck mehr zu machen. Sie würde einen Teil des Decks als Aufenthaltsfläche gestalten mit einer Dachterrassenbar und die Fläche davor intensiver begrünen. Ihr Ziel: Es würde den verbindenden Charakter der Unterführung stärken, wenn sich auf dem Weg zum Zentrum Altenberg bereits ein Freizeitangebot befinden würde.

Autogerecht oder nicht?

„Es fehlt doch heute schon an Parkplätzen“, sprach sich ein älterer Herr dagegen aus. Sein Einwand warf die Frage auf, ob eine Innenstadt noch autogerecht sein sollte. Die Studenten sind dagegen. „Wenn nicht gerade im Zentrum Altenberg etwas los ist, wird sich der Betrieb der Bar nicht rentieren“, befürchtete ein anderer Mann.

Angstraum Saporishja-Platz

Auf dem Rückweg machte die Gruppe an der Nordspitze des Saporishja-Platzes Halt. Student Malte Manzer erläuterte hier seine Idee, den dortigen Pavillon zur Lichtskulptur umzubauen. Ohne dass das Schnellrestaurant und die Autowerkstatt daraus ausziehen müssten. „Ein hell angestrahltes Gebäude würde dem Saporishja-Platz zum Teil seinen Charakter als Angstraum nehmen“, argumentierte Manzer. Dagegen erhob sich kein Widerspruch. Viele der Teilnehmer schlossen sich im Anschluss gleich dem nächsten Spaziergang zur Marktstraße an.

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