Verdächtiger geflohen

Wasserleiche im Rhein-Herne-Kanal: Verfahren im Kosovo

Nach dem Leichenfund im April vergangenen Jahres suchten Taucher im Rhein-Herne-Kanal nach Beweismitteln.

Nach dem Leichenfund im April vergangenen Jahres suchten Taucher im Rhein-Herne-Kanal nach Beweismitteln.

Foto: Rene Anhuth/ANC-NEWS (Archiv)

Oberhausen/Duisburg.   Mann soll seine Frau getötet und im Rhein-Herne-Kanal versenkt haben. Dann floh er in den Kosovo. Dort wird nun das Verfahren gegen ihn geführt.

Einem Mann, der seine Frau erschlagen und in einem Sack im Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen versenkt haben soll, könnte im Kosovo der Prozess gemacht werden. Die deutschen Behörden hätten das Verfahren wegen Mordes inzwischen auf deren Bitten an ihre Kollegen auf dem Balkan abgegeben, erklärte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Dafür sei auch ein üppiges Aktenpaket in elektronischer und in Papier-Form übermittelt worden. Dies müsse nun in die Landesprache übersetzt werden, was derzeit noch andauere. Die Abgabe des Verfahrens erfolgte, weil Deutschland und der Kosovo eigene Staatsbürger untereinander nicht ausliefern.

Mögliches Motiv: Ehe-Streitigkeiten

Der Fund der Wasserleiche hatte im April des vergangenen Jahres für großes Aufsehen gesorgt. Der Sack mit der Toten war beschwert, trieb aber dann doch an die Oberfläche, wo ihn eine Kanufahrerin an einem Sonntagmittag unterhalb der Konrad-Adenauer-Allee entdeckte. Als „dringend tatverdächtig“ galt nach Ansicht der damals zuständigen Staatsanwältin der zu diesem Zeitpunkt 37-jährige Ehemann. Sein mögliches Motiv: Mit seiner Frau soll es vor der Tat Ehe-Streitigkeiten gegeben haben, die dann eskaliert sein könnten.

„Unmittelbar nach der Tat“ hatte sich der 37-Jährige abgesetzt. Er war später auch mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht worden. In seinem Heimatland ist der Verdächtige zumindest kurzfristig festgenommen worden, diese Information haben die kosovarischen Behörden noch nach Duisburg übermittelt. Dabei sei der Mann auch vernommen worden, habe aber keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht. Ob er sich inzwischen wieder auf freiem Fuß befindet, entzieht sich der Kenntnis der Duisburger Staatsanwaltschaft.

Paar hatte drei gemeinsame Kinder

Der Mann soll seine ein Jahr jüngere Frau „mit erheblicher stumpfer Gewalt gegen den Kopf und den Oberkörper“ getötet haben, bevor sie im Kanal versenkt wurde. Einige Tage, glaubten die Ermittler, müsse der Körper bereits im Wasser gelegen haben, bevor er entdeckt wurde. Die Eheleute hatten drei Kinder. Die volljährige Tochter blieb in Deutschland zurück. Die beiden minderjährigen Söhne hatte der Vater bei seiner Flucht offenbar in seine Heimat mitgenommen.

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