Wenn ein Berliner Oberhausen besucht

Das muss man erst einmal schaffen: Seit ihrem ersten Kennenlernen bei der Sparkassen-Akademie 1985 treffen sich die ehemaligen Mitarbeiter verschiedenster Sparkassen einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Wochenend-Tour. Die 32ste führt die Truppe nun nach Oberhausen, in die Heimatstadt von Norbert Inholte. Der gab sich viel Mühe, um seine Stadt zu präsentieren – und konnte am Ende bei den Besuchern unter anderem aus Passau, München, Hamburg oder Bremen mit so manchem Vorurteil aufräumen.

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Das muss man erst einmal schaffen: Seit ihrem ersten Kennenlernen bei der Sparkassen-Akademie 1985 treffen sich die ehemaligen Mitarbeiter verschiedenster Sparkassen einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Wochenend-Tour. Die 32ste führt die Truppe nun nach Oberhausen, in die Heimatstadt von Norbert Inholte. Der gab sich viel Mühe, um seine Stadt zu präsentieren – und konnte am Ende bei den Besuchern unter anderem aus Passau, München, Hamburg oder Bremen mit so manchem Vorurteil aufräumen.

Ein Oberhausen à la Schimanski-Tatort schwebte so einigen Gästen bei ihrer Anreise vor, ein dreckiges, verrußtes Ruhrgebiet eben.

Nichts dergleichen fanden sie hier.

Stattdessen ging es – nach der Ankunft im Hotel Schmachtendorf und einem gemeinsamen Abendessen – am ersten Tag in die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet: Eisenheim. Nach einer Führung dort tourten die 16 Gäste zur Neuen Mitte und durchs Centro. Die Besucher „waren erstaunt zu erfahren, dass sie sich hier auf einem ehemaligen großen Gelände der Gutehoffnungshütte befanden, auf dem auch mein Vater damals arbeitete und das im Zuge des Strukturwandels zu dem wurde, was sie aktuell sahen“, berichtet Norbert Inholte. „Deutlicher könne ein Strukturwandel nicht sein, meinten die Besucher.

Natürlich durfte ein Besuch des Gasometers nicht fehlen. Die Ausstellung „Wunder der Natur“ hinterließ ebenso Eindruck wie der Ausblick vom 117 Meter hohen Dach über das gesamte westliche Ruhrgebiet. Grün statt Grau – stellten die Gäste überrascht fest.

Erfolgreicher Strukturwandel

Das Ruhrgebiet 2017 ist eben ein anderes als in den 50er- und 60er Jahren. „Hervorgehoben wurde der gewaltige und erfolgreiche Strukturwandel unter Erhalt der Relikte aus der Zeit vor diesem Wandel“, schildert Inholte die Eindrücke seiner Gäste.

Am nächsten Tag stand eine Stadtrundfahrt mit dem City-Bus auf dem Programm. Erste Station mit Führung war die Antony Hütte, die Geburtsstätte der Ruhrindustrie und Keimzelle des Weltkonzerns Gutehoffnungshütte. Nächster Halt: Schloss Oberhausen samt Kaisergarten.

Und was sagt ein Berliner zu Oberhausen? „Obwohl ich jetzt einen Eindruck und Überblick (Gasometer) über Eure Heimat gewonnen habe, der mir eine neue und damit ganz andere Perspektive über das Ruhrgebiet vermittelt hat, scheint es mir, als ob ich den alten „Kohlenpott“ mit der Schwerindustrie, den Schloten und Zechen, wie ich es noch in der Schule lernte und von Filmen und Bildern kenne, irgendwie vermisst habe. Das konnten Eisenheim und die Reste von St. Antonie nur teilweise ausgleichen. Immerhin können die Menschen heute in einer freundlichen und gesünderen Umgebung leben.“

Das Wochenende ließen die einstigen Sparkassen-Mitarbeiter im Hotel ausklingen und schwelgten dank eines Filmes, zusammengestellt von Hobbyfotograf Norbert Inholte, in Erinnerungen an die Reisen der vergangenen 32 Jahre.

Das nächste Tourziel für September 2018 steht übrigens auch schon fest: Es geht gar nicht so weit weg – nach Unna.

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