Verkehrswacht fördert Kinder

Wer Roller fährt, kommt später besser auf der Straße zurecht

Die Kinder der Kindertagesstätte St. Theresia freuen sich über die neuen Fahrräder und Roller. Mit dabei (v.li.): Claudia Kurowski, Erzieherin, Julitta Gotzner, Leiterin Direktion Verkehr Polizei, Willi Taubner, Polizei, Willi Köster, Bürgermeisterin Elia Albrecht Mainz, Norbert Heiting, Verkehrswacht, Sabine Schoss, Sparkasse, Dezernent Jürgen Schmidt, Oliver Mebus, Vorstand Sparkasse, Ursula Jung, Kita-Leiterin, Bernd Lösken, Dieter Elsenrath-Junghans, Verkehrswacht, und Erzieherin Miriam Kubczak.

Die Kinder der Kindertagesstätte St. Theresia freuen sich über die neuen Fahrräder und Roller. Mit dabei (v.li.): Claudia Kurowski, Erzieherin, Julitta Gotzner, Leiterin Direktion Verkehr Polizei, Willi Taubner, Polizei, Willi Köster, Bürgermeisterin Elia Albrecht Mainz, Norbert Heiting, Verkehrswacht, Sabine Schoss, Sparkasse, Dezernent Jürgen Schmidt, Oliver Mebus, Vorstand Sparkasse, Ursula Jung, Kita-Leiterin, Bernd Lösken, Dieter Elsenrath-Junghans, Verkehrswacht, und Erzieherin Miriam Kubczak.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Alle 18 Minuten kam 2018 ein Kind unter die Räder. Die Verkehrswacht Oberhausen macht Kinder fit für die Straße. Wieso Roller Leben retten.

„Halt, Stopp!“, rufen die Bären, Löwen und Hasen. St. Martin zügelt sein Pferd. „Links, rechts, links schauen“, erklärt ihm Bettlerin Amalia. St. Martin galoppiert über die Straße. Dankbar für die Lektion teilt er gern seinen Mantel mit ihr. Denn so selbstverständlich wie das Teilen im Schauspiel lernen die Kinder der St.-Theresia-Tagesstätte spielerisch sicher auf der Straße unterwegs zu sein. Der Verkehrswacht sei Dank.

Fast 80 Kitas hat sie mithilfe von Sponsoren ausgestattet: In vier Jahren investierten Stadt, Sparkasse und spendable Bürger stolze 66.000 Euro in neue Roller, Laufräder und Helme für die Kinder. Jede Kita bekommt dazu ein Leitfaden mit verschiedenen Übungen, um Balance, Reaktion und Geschick zu verbessern. „Bei uns ist das weniger nötig – aber anderswo haben die Kinder sicher mehr Verkehr vor der Haustür“, meint Erzieherin Miriam Kubczak. Außerdem ist der Verkehr selbst nur ein Teil des Problems.

Kinder sollen spielen, um fit für den Straßenverkehr zu sein

Angefangen hat das Projekt „Bewegungsförderung im Kindergarten“ nämlich, weil der Ehrenvorsitzende der Verkehrswacht einen TV-Bericht sieht, indem erhebliche motorische Defizite von Schulkindern Thema sind. Das Problem lässt Dieter Elsenrath-Junghans fortan keine Ruhe: Er will die Kinder fitter für die Straße machen – wenn möglich bereits vor der Schulzeit. „Studien belegen, dass die Übungen und Spiele die Kinder motorisch herausfordern und die Reaktion, Schnelligkeit und Koordination fördern.“

So enthält der Leitfaden acht Trainingseinheiten mit den wichtigsten Verhaltensregeln. Anhalten, wenn die Ampel Rot zeigt und das Umschauen vorm Überqueren der Straße sind für die Kinder der St.-Theresia-Kita nach einer Woche üben kein Problem mehr. Sie fahren auf Kommando einen kleinen Parcours mit orangen Hütchen und Rennstrecke aus Kreide auf dem Hof der Kita ab. Für Dieter Elsenrath-Junghans zeigen die Maßnahmen Wirkung. „Wir hatten 2018 nur drei Schulwegunfälle – ein erfreulicher Rückgang.“

Vorsicht auf dem Schulweg: Tempo 30 könnte helfen

Die bundesweite Statistik zeigt: Der Schulweg bleibt bei Sechs- bis 14-Jährigen aber gefährlich. So verunglückten 2018 besonders viele Kinder in den Zeiten, in denen sie sich auf dem Hin- oder Rückweg von der Schule befinden. Die Polizei registrierte, dass Kinder vor allem dann verunglücken, wenn sie über die Straße gehen, ohne auf Autos zu achten (56,8 Prozent) oder hinter parkenden Autos, Bussen oder Lkw plötzlich über die Straße wollen (28 Prozent). Die Dekra fordert zudem ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde rund um Schulen, Kindergärten und Spielplätze. Prävention? Auch für die Dekra unerlässlich.

Zurück in die Stadt: Vier neue und drei modernisierte Kitas in Oberhausen werde die Verkehrswacht demnächst ebenfalls mit neuen Rollern und Rädern ausstatten, betont Dieter Elsernrath-Junghans. Seines Wissens nach sei es das größte Projekt seit Bestehen im Jahr 1951 – und mit Sicherheit noch nicht vorbei. „Dafür danken wir allen Sponsoren und hoffen, sie bleiben dabei.“ Die Kinder wird es wahrscheinlich freuen. So macht Sicherheit auch den Kleinsten Spaß.

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