Kräuterspaziergang

Wie „Olgas“ Kräuter den Küchenzettel bereichern können

Was blüht denn da? Die Wildkräuterführung „Olgas Kraut“, geleitet von Kräuterpädagogin Bernhardine Nitka (2.v.l.) führte übers ehemalige Osterfelder Zechengelände. Fotos:Christoph Wojtyczka

Was blüht denn da? Die Wildkräuterführung „Olgas Kraut“, geleitet von Kräuterpädagogin Bernhardine Nitka (2.v.l.) führte übers ehemalige Osterfelder Zechengelände. Fotos:Christoph Wojtyczka

Oberhausen.   Was sich aus Löwenzahn, Gänseblümchen und Giersch so alles zaubern lässt: Ein Kräuterspaziergang übers Gelände der ehemaligen Landesgartenschau

Wo sich an diesem frühsommerlich anmutenden Abend zehn Frauen in Freizeitkleidung versammeln, stand Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten und leistungsfähigsten Zechen des Ruhrgebietes. Ab 1879 wurde hier malocht, Steinkohle abgebaut. 1992 war Schicht im Schacht, die Kokerei war schon 1988 stillgelegt worden. Aber nicht diese „schwarze Phase“ des Geländes interessiert die Besucherinnen an diesem Abend – und auch nicht die kurze „bunte Phase“ von Mai bis Oktober 1999, als die Landesgartenschau das ehemalige Zechengelände nochmal aufblühen ließ. Auch die denkmalgeschützten und schön restaurierten ehemaligen Zechengebäude ringsum sind eher schmückendes Beiwerk am Rande: Denn der Blick der Damen, der richtet sich eher gen Boden – auf das, was sich die Natur zurückerobert hat. Ein Wildkräuterspaziergang übers Olga-Gelände.

„Er liebt mich.., er liebt mich nicht...“

Die erste Attraktion mag manchem eher unspektakulär erscheinen: Gänseblümchen zieren zu Tausenden die Wiesen nahe des Steigerhauses. Als Orakel in Liebesdingen („Er liebt mich, er liebt mich nicht...) kennt sie jedes Kind – aber in der Küche? „Vom Gänseblümchen ist eigentlich alles essbar“, erklärt Kräuterpädagogin Bernhardine Nitka den erstaunten Zuhörerinnen. „Die jungen, zarten Blätter sind vitaminreich schmecken ähnlich wie Feldsalat“, erzählt sie. Kleingeschnitten bereichern sie auch Brotaufstriche Quark oder Frischkäse. Außerdem eigneten sich die hübschen kleinen Blüten mit ihrem leicht scharfen Geschmack auch sehr gut als essbare Deko im Rohkostsalat.

Ist Löwenzahn giftig?

Auch der unmittelbare Wiesennachbar ist ein Altbekannter: Löwenzahn. „Der ist giftig“, sind sich zwei Teilnehmerinnen einig. „Das ist Kindern jahrzehntelang gesagt worden – wahrscheinlich damit sie die Finger von den Pflanzen lassen, deren Milch so hartnäckige Flecken in der Kleidung hinterlässt“, vermutet Nitka. „Giftig ist Löwenzahn aber nicht“, schreitet sie zur Ehrenrettung des sehr verbreiteten sonnengelben Wildkrauts. Nicht nur Kaninchen könnten sich Löwenzahn schmecken lassen, lernen die Teilnehmerinnen: Frische junge Blätter eignen sich gut für Wildkräutersalate, die süßlich schmeckenden Blüten können als Deko im Salat dienen oder als Grundlage für Sirup oder Gelee.

Zwischendurch, beim kleinen Päuschen auf der Parkbank, gibt’s auch eine kleine Stärkung: Frisches Brot und selbstgemachten Giersch-Pesto.

Je weiter die Spaziergängerinnen die etwas ungezähmteren Ecken der „Olga“ erkunden, umso mehr Kräuter entdecken sie – vom Klee über Frauenmantel, Spitzwegerich und Gundermann bis zu wildem Salbei und wildem Organo, der nicht unbedingt in Osterfeld beheimatet ist. Möglicherweise ein Überbleibsel einer der 17 Themengärten der Landesgartenschau.

>>> Info: Wanderungen zu Garten- und Wildkräutern

Die nächsten Gartenkräuter- und Wildkräuterführungen: am Montag, 28. Mai, von 10 bis 15 Uhr ab Haus Ripshorst (besonders für Familien mit Kindern). Anmeldung bis zum 25. Mai unter 0208/88334-83.

„Wildes Kraut um Burg Vondern“ heißt es am Dienstag, 29. Mai, von 18 bis 20 Uhr. Anmeldung: www.naturspur-pur.de

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