Nachruf

Willi Krenz liebte das Leben auf den Jahrmärkten

Willi Krenz

Willi Krenz

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Der bekannte und beliebte Schausteller starb am Samstag an einem Herzinfarkt

In Sterkrade ist er im Februar 1948 geboren, in Sterkrade ist er am 7. Juli 2018 gestorben: Willi Krenz war am liebsten in Sterkrade, am allerliebsten auf der Fronleichnamskirmes. Ein Herzinfarkt raffte ihn dahin, ihn, der am heutigen Montag ins Krankenhaus sollte, um sich einer Operation an der Wirbelsäule zu unterziehen. Willi Krenz war Chef einer Schaustellerfamilie in fünfter Generation, sein Tod trifft darüber hinaus die örtlichen Schausteller ins Mark.

Willi Krenz war in den „Rummel“ hineingeboren, auf Rummelplätzen aufgewachsen, er liebte das Leben zwischen Kirmesbuden und auf Jahrmärkten, war dabei immer häuslich, hing an Sterkrade und hielt seine Familie zusammen. Bruder Klaus (61), der sich als gelernter Kaufmann ums Finanzielle kümmerte: „In seine Fußstapfen kann man eigentlich nicht treten, aber irgendwie geht’s ja weiter. Er hätte auch nicht gewollt, dass jetzt alles still steht.“

Witwe Jutta kümmert sich um die Fahrgeschäfte

Witwe Jutta wird sich weiter um die drei Fahrgeschäfte (historisches Kinderkarussell „Aladdin“, Kindersportkarussell von 1946/47 und „Star Trek“ für Kinder) kümmern, Neffe Kristoffer um die zwei Eisgeschäfte („Schmalhaus“), die ab dem nächsten Wochenende in Oberkassel stehen.

Willi Krenz war ein begnadeter Netzwerker, ein Computer auf zwei Beinen, ein immer freundlicher, liebevoller, lebensfroher Mensch und Mitbürger. Lobbyist des Schaustellerwesens, großartiger Organisator, glühender Liebhaber vor allem „seiner“ Kirmes, der zu Fronleichnam in Sterkrade. Bei der letzten war er aufgrund eines neuerlichen Bandscheibenvorfalls an den Wohnwagen gebunden. Dass er die Kirmestage dort verbrachte und nicht im Haus an der Beethovenstraße, spricht schon für sich. Ständig sandte er „Späher“ aus, die unzählige Fragen beantworten mussten, bis ein Golfwagen beschafft war, in dem er durch die Straßen fahren konnte.

Zur letzten Ruhe

Das Schaustellerwesen hat einen großartigen Fürsprecher verloren, die Stadt einen wunderbaren Mitbürger.

Am Donnerstag wird Stadtdechant Dr. Peter Fabritz um 12 Uhr in der Propsteikirche St. Clemens das Auferstehungsamt feiern, danach wird Willi Krenz zur letzten Ruhe auf den Friedhof an der Wittestraße geleitet. In Sichtweite zu seiner Kirmes. Wo sich die Karussells nächstes Jahr wieder drehen werden. Und viele werden an ihn denken.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben