Kriminalität

Zahl der Straftaten sinkt in Oberhausen auf Zehn-Jahres-Tief

Beugen sich über den druckfrischen Oberhausener Kriminalbericht mit einem Auszug aller bekannten Straftaten der aktuellen Statistik des Jahres 2017: (von links) Maik Podlech (Pressesprecher), Polizeipräsident Ingolf Möhring und Peter Mosch, der neue Leiter der Direktion Kriminalität.

Foto: Kerstin Bögeholz

Beugen sich über den druckfrischen Oberhausener Kriminalbericht mit einem Auszug aller bekannten Straftaten der aktuellen Statistik des Jahres 2017: (von links) Maik Podlech (Pressesprecher), Polizeipräsident Ingolf Möhring und Peter Mosch, der neue Leiter der Direktion Kriminalität. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  In Oberhausen wurde am Mittwoch die Kriminalitätsstatistik der Polizei vorgestellt. Die Zahl der Straftaten ist erneut gesunken.

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Polizeipräsident Ingolf Möhring hat am Mittwoch zunächst die gute Nachricht verkündet. 2017 wurden bei der Polizei 16 470 Straftaten angezeigt. Das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren – und 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Aus dem Kriminalitätsbericht 2017 zitierte der Behördenleiter aber auch negative Trends: Die Zahl der Taschendiebstähle ist wieder deutlich gestiegen. Im Jahr 2017 schlugen Taschendiebe 607 Mal zu, ein Jahr zuvor 510 Mal. Das ist ein Anstieg von 19 Prozent. Als Gegenmaßnahme will die Polizei Bürger an bekannten Tatorten aufklären, wie sie sich vor Langfingern schützen können. „Wir hatten viele Mitarbeiter gegen Einbrecher im Einsatz, jetzt sollen sie verstärkt gegen Taschendiebe vorgehen“, erläuterte Peter Mosch, der neue Leiter der Direktion Kriminalität.

Hohe Aufklärungsquote

Im Gegensatz zu dem verbreiteten Gefühl von Bürgern, ein Spaziergang durch die Öffentlichkeit werde immer gefährlicher, stehen die harten Fakten: „Die Straßen- und Gewaltkriminalität ist auf dem Rekordtiefstand der vergangenen zehn Jahre“, sagte Möhring. 2017 wurden der Polizei 3828 Delikte der Straßenkriminalität angezeigt – 2012 waren es noch 5163. Das ist ein Rückgang um ein sattes Viertel. Bei der Gewaltkriminalität sanken die Fälle von 572 auf 558.

Die Oberhausener Polizei klärt relativ mehr Fälle auf als ihre NRW-Kollegen im Schnitt. „Unsere Aufklärungsquote aller Fälle liegt bei 56 Prozent. Das ist sehr erfreulich“, meint Möhring. Die NRW-Quote beträgt 52 Prozent.

Möhring betonte angesichts der guten Zahlen, wie sicher Oberhausen ist. „Dass sich offenbar zunehmend mehr Bürger unsicher fühlen, nehmen wir sehr ernst.“ Er sieht dafür zwei Gründe: „Viele Menschen haben ein Grundunsicherheitsgefühl, weil es so viele Umbrüche gibt: Unsicherheiten bei der Rente, dem Arbeitsplatz, der Sicherheitslage in der Welt, offene Grenzen.“ Zudem vervielfacht sich eine Nachricht über eine einzige kriminelle Tat durch die neuen Medien zigtausendfach.

Mosch betont deshalb: „Es gibt keine Zunahme an Messerstechereien, es gibt in Oberhausen keine berechtigten Angsträume oder No-go-Areas.“ Die Wohnungseinbrüche seien um ein gutes Drittel zurückgegangen. In der Hälfte der Fälle waren Einbrecher erfolglos, weil Nachbarn aufpassten oder Wohnungen gut gesichert waren.

Allerdings stieg die Zahl der gemeldeten Straßenraubfälle leicht an von 110 auf 118. Bei gewalttätigen Streit schwer verletzt wurden Menschen in 335 Fällen – 2016 waren es noch 344.

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