Jugendhilfeausschuss

1000 Unterstützer für den Pumptrack in Rheinberg

Vor der Sitzung des Ausschusses am Dienstag machten Jugendliche am Stadthaus deutlich, wie wichtig ihnen der Pumptrack ist.

Vor der Sitzung des Ausschusses am Dienstag machten Jugendliche am Stadthaus deutlich, wie wichtig ihnen der Pumptrack ist.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Rheinberg.  Die jugendlichen Befürworter übergaben den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses die Listen. Sie möchten den Bau einer Anlage in Rheinberg.

Es war ein dicker Stapel Papier, den David Hübbers den Mitgliedern des Rheinberger Jugendhilfeausschusses überreicht hat. 627 Unterstützer hatten in nur wenigen Tagen eine Online-Petition unterzeichnet, weitere 366 haben sich in Unterschriftenlisten eingetragen, die in Rheinberg auslagen. Sie alle sind für die Pumptrack-Anlage, die geplante Asphaltstrecke, die auf einem Teil des alten Bolzplatzes zwischen Tennishalle, Fossa und Königsberger Straße für BMX-Fahrrad- und Rollschuhfahrer gebaut werden soll. Seit zwei Jahren beschäftigt sich die Politik schon mit dem Pumptrack.

Zu nah an den Wohnhäusern?

Und es schien eigentlich so, als seien die Wege für den Bau frei: Es gab zwei Workshops, in denen Jugendliche über die Gestaltung der Anlage mitentscheiden konnten, die Stadt hat sich um eine Aufnahme in das interkommunale Leader-Projekt beworben und hat gute Chancen, 65 Prozent der Kosten von rund 330.000 Euro erstattet zu bekommen, der Standort ist mit der Bezirksregierung Düsseldorf abgestimmt und der Rat hat bereits zugestimmt. Doch 20 Anwohner, die um den Bolzplatz wohnen, reichten nun ihre Unterschriften beim Bürgermeister ein, weil sie Bedenken bei der Umsetzung und beim Standort des Pumptracks haben.

Ein anderer Ort soll gesucht werden, lautete die Forderung. Der jetzige sei zu nah an den Wohnhäusern. Die Pumptrack-Befürworter starteten deshalb ihre Unterschriftenaktion. Wie ernst es den Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen wirklich ist, zeigten sie schon vor Sitzungsbeginn am Dienstagnachmittag. Mit ihren Rädern und einem großen Plakat kamen sie zum Stadthaus. Auch am anschließenden Jugendhilfeausschuss nahmen sie Teil. So voll war es im Sitzungsraum 249 wohl selten.

David Hübbers, las als Sprecher der Pro-Initiative eine mehrseitige Stellungnahme vor. Er und seine Freunde hätten sich über das Schreiben der Anwohner sehr geärgert. Besonders über die angeführten Argumente „zunehmender Lärm, Drogenkonsum und die Nutzer würden nur eine unbedeutende Minderheit darstellen“, so Hübbers. Die geplante Pumptrack-Anlage, zu der auch noch ein Kinder-Parcours gehört und bereits kleine Kinder mit Bobbycar und Laufrädern üben können, würde eine sehr breite Zielgruppe von Anfänger bis zum ambitionierten Fahrer, vom kleinen Kind bis zum sportlichen Erwachsenen und Familien ansprechen, heißt es in der Stellungnahme. „Die Anlage wird eine starke Identifikation für Jugendliche mit ihrem Heimatort haben“, betont Hübbers. Die Jugendlichen seien bereit, den Pumptrack sauber und in Ordnung zu halten. „Und wir sind bereit, mit den Anwohnern in einen Dialog zu treten.“

Svenja Reinert (Grüne) stellte sich auf die Seite der Jugendlichen. „Das ist ein Fall, wo sich die betroffenen Kinder und Jugendlichen wirklich stark machen“, lobt sie. „Ich habe mich genauso wie sie über das Schreiben der Anwohner geärgert. Die Formulierungen sind sehr arrogant und ein Schlag ins Gesicht für die Jugendlichen.“ Alle Fraktionen und Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach waren sich einig: Das Engagement der Jugendlichen sei erfreulich. Dennoch: Kaltenbach wolle auch die kritischen Anwohner miteinbeziehen, auch wenn es seitens der Stadt keinen zwingenden Grund dafür gebe. So wolle man aber die Akzeptanz gegenüber des Pumptracks stärken. Das gehöre zur Demokratie dazu, sagt sie.

Großer Kletterfelsen

Einen großen Raum nahm in der Diskussion auch die Planung einer zusätzlichen Street-Workout-Anlage ein und ob diese in den Workshops und im Leader-Antrag berücksichtigt worden sei. Eingeplant sei diese zunächst nicht. „Wir sind den Wünschen der Jugendlichen mit dem großen Pumptrack und dem großen Kletterfelsen schon gefolgt“, so Kaltenbach.

„Um die Leader-Förderfähigkeit zu behalten, müssten wir etwas reduzieren, wir sind finanziell am Limit.“Der Ausschuss stimmte, bei einer Enthaltung der SPD, einstimmig zu, der Beschlussvorlage der Verwaltung zu folgen. Das Lärmgutachten soll eine potenzielle Street-Workout-Anlage beinhalten, sodass diese zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden könnte. „Ein idealer Kompromiss“, stellt Erich Weisser (CDU) fest.

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