Runder Geburtstag

105-jährige Xantenerin trinkt ab und an "ein leckeres Pils"

Marie Disseler ist mit 105 Jahren die älteste Xantenerin.

Foto: David Bieber

Marie Disseler ist mit 105 Jahren die älteste Xantenerin. Foto: David Bieber

Xanten.   Maria Disseler ist 105 Jahre alt und damit älteste Xantenerin. Sie lebt im St. Elisabeth-Haus und bekommt regelmäßig Post vom Bundespräsidenten.

Seitdem Maria Disseler 100 Jahre ist, bekommt sie regelmäßig Post vom Bundespräsidenten. „Letztens hat auch Joachim Gauck mir eine Glückwunschkarte geschickt“, schmunzelt Maria Disseler, die älteste Xantenerin. In einigen Monaten erhält sie dann sicherlich Post von Frank-Walter Steinmeier. Maria Disseler wurde am 27. November 1911 in Bottrop geboren, wird in diesem 106. Seit 1993 lebt sie in Xanten, „da hier mein Sohn wohnte“, erklärt die alte Dame, die mittlerweile im St. Elisabeth-Haus an der Helenastraße lebt.

Im Altenheim schallt Radiomusik aus ihrem Zimmer. „Ich kann nicht mehr gut sehen, daher gucke ich kein Fernsehen mehr“, erklärt Maria Disseler. Ich höre jetzt nur noch Radio.“

Ehemann starb vor mehr als 50 Jahren

Bis Juli lebte die Xantenerin noch im betreuten Wohnen und hatte ein eigenes Appartement für sich. „Das war schön“, sagt die Dame, die zwei Weltkriege miterleben musste. An den Ersten Weltkrieg erinnert sie sich nicht mehr, an den Zweiten schon. „Ich habe 1940 meinen Bernhard geheiratet, das war mitten im Krieg.“ Ihren Mann verlor sie aber schon 1965, kurz vor der Silbernen Hochzeit. Seither lebt sie alleine.

Die gelernte Verkäuferin arbeitete zunächst bei Krupp in Essen, dort wuchs sie auch auf. „Ich habe viele Jahre in Essen-Altendorf gelebt. Das war eine aufregende Zeit“, sagt Maria Disseler, deren Leben geprägt war von der damaligen Zeit. Das bedeutete: Enthaltsamkeit und Wiederaufbau. Die Blüte ihres Lebens verbrachte Maria Disseler während der Nachkriegszeit, während des westdeutschen Wirtschaftswunders – zusammen mit elf weiteren Geschwisterkindern... Dennoch, so hört man aus dem Verwandtenkreis, wusste die alte Dame durchaus zu leben. „Sie hatte immer einen starken Willen.“ Was wohl bedeutet, dass sie sich für ihre Interessen stark einsetzte. So ist vielleicht auch ihre kecke Frage am Anfang zu verstehen: „Was bekomme ich denn für das Gespräch?“

Viel Fisch und manchmal ein Pils

Maria Disseler, die zwei Kinder, ein Enkelkind und zwei Ur-Enkelkinder hat, reiste auch gerne mal in andere Länder – was damals nicht üblich war. Fehlte doch fürs Reisen oft das Geld. „Ich verbrachte meinen Urlaub in der Schweiz, in Österreich und war sogar einmal in Rom.“ Natürlich will man von Maria Disseler erfahren, was sie so alt werden ließ. „Ich habe immer gut gegessen, vor allem Fisch, und habe ab und an ein leckeres Pils getrunken“, verrät Disseler. Traurig stimmt die alte Dame nur, dass „alle meine Freunde vom Kegeln weggestorben sind.“ Dafür hat sie jetzt neue Freunde im Elisabeth-Haus gefunden.

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