Wallfahrt

14 Xantener Messdiener zur Wallfahrt nach Übersee

Die Leitung der 14-köpfigen Messdiener-Reisegruppe übernehmen die beiden Priester Jeremias Kehren (r.) und Jakob Mannheimer (hintere Reihe, v. r.) sowie Messdiener-Gruppenleiterin Eva Peeters.

Die Leitung der 14-köpfigen Messdiener-Reisegruppe übernehmen die beiden Priester Jeremias Kehren (r.) und Jakob Mannheimer (hintere Reihe, v. r.) sowie Messdiener-Gruppenleiterin Eva Peeters.

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Messdiener aus der Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde Marienbaum machten sich auf den Weg in die USA. Sie freuen sich auf Spiritualität und Sightseeing.

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Xanten/Marienbaum. Die Gruppe ist erkennbar: einheitlich blaue T-Shirts, Stars and Strips im Auge. Und: „Schmetterlinge im Bauch vor lauter Vorfreude“, sagt Mats Neumann. Am Montagmittag ging es los. Von Düsseldorf nach Boston und dann durch den Osten der Vereinigten Staaten. 14 Messdiener aus der Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde Marienbaum machen sich auf zu einer Wallfahrt besonderer Art – zu Fremden und Freunden, zu hierzulande unbekannten Wallfahrtsorten und zu Sehenswürdigkeiten aller Art.

Fremde und Freunde: „Entstanden ist das Begriffspaar im Zusammenhang mit der Besiedlung Neuenglands durch die protestantischen Pilgerväter, die im Jahr 1620 mit der Mayflower vor der Küste von Plymouth landeten“, erklärt Pater Jeremias Kehren, Kaplan der Viktor-Gemeinde in Marienbaum. Neben den frommen Puritanern hätten sich schließlich auch Fremde an Bord befunden: „Raue Gesellen, Abenteurer, die anderen Konfessionen angehörten“, weiß der Duisburg-Hamborner Prämonstratenser-Pater, der vor gut zwei Jahren selbst eben jenen Osten der Staaten kennenlernte.

Begeisterung steckt an

Dort hatte er Menschen besucht, die er während seines Kirchenrecht-Studiums an der Universität Leuven in Belgien kennengelernt hatte. Auch das hat der heute 30-Jährige dabei gelernt: „Seit der Gründung der Pilgerväter-Kolonie zieht sich das Begriffspaar Fremde und Freunde weiter durch die Geschichte des Landes: Als Einwanderungsland bildeten die USA einen Magneten für viele Menschen aus der alten Welt.“ Und spätestens seit dem 19. Jahrhundert seien die Staaten vor allem durch irische und polnische Einwanderer zunehmend katholisch geworden: „Wallfahrtsorte entstanden, bedeutende Kirchenbauten, lebendige Gemeinden“, sagt der gebürtige Mechernicher.

Und seine Begeisterung steckt an: In der Wohnung in Marienbaum hängen Fotos von der Ostküste. Vor kurzem schmückten er und sein A-Team die Front des Hauses gar mal mit USA-Fahnen und riesigen -schals. Ja, so gesteht Ben Bleckmann, das sei schon ansteckend. Der 18-jährige angehende Schreiner versteht Freunde, „die schon ein wenig neidisch“ auf die Fahrt blicken. Und Fiete Peerenboom, Gaesdonck-Schüler und mit 16 Jahren der jüngste Teilnehmer, freut sich auf diese „besondere Mischung aus Spiritualität und Sightseeing“. Fiete jedenfalls war es auch, der nach dem geplatzten Plan vom Besuch des Panama-Weltjugendtags im Januar (da steckten Schwester Aneke und Mats Neumann im Abitur-Stress), die USA-Wallfahrt ins Gespräch gebracht hatte.

Aneke Peerenboom und Mats Neumann, die ihre Prüfungen gerade hinter sich gebracht haben sind übrigens die einzigen, die eine solch lange Flugreise schon kennengelernt haben. Die beiden Quibbles-Tänzer gehörten im Jahr 2017 zum Kenia-Team des Stiftsgymnasiums. Acht Stunden Flugzeit hat sonst noch niemand aus der 14-köpfigen A-Team-Truppe hinter sich. Zwei der 16- bis 20-Jährigen seien ohnehin noch nie geflogen, erzählt Mats Neumann.

Flugangst, so die jungen Leute unisono, hätten sie nicht. Auch die Prämonstratenser-Patres Jeremias und Jakob, die gemeinsam im Xantener Dom zu Priestern geweiht worden waren, kennen so etwas nicht. Die beiden Priester bilden gemeinsam mit der Studentin und Messdiener-Gruppenleiterin Eva Peeters das Leitungsteam der Wallfahrt. Diese führt zum Beispiel nach Rhode Island zur Heiligen Theresia von Liseux, zum Herz-Jesu-Heiligtum in Conewago, dem Anna-Schrein in Scranton, dem „National Shrine“, der der Unbefleckten Empfängnis geweiht ist, in Washington D.C. Dabei wandeln die jungen Leute auf den Spuren der ersten amerikanischen Heiligen Elizabeth Ann Seaton, sie begegnen Baptisten, Mormonen und Amish-People, treffen sich mit amerikanischen Studenten und sehen – ganz nebenher – Washington, die Niagara-Fälle und New York.

Sie wohnen im Prämonstratenser-Kloster, in einem leerstehenden Pfarrhaus sowie in guten, günstigen Hotels.

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