Brauchtum

15. Prinzentreffen im Schloss Ossenberg

Hoch die Hände und fröhlich gewinkt: Beim mittlerweile 15. Prinzentreffen

Hoch die Hände und fröhlich gewinkt: Beim mittlerweile 15. Prinzentreffen

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg-Ossenberg.   In der Remise trafen sich Prinzen, Solo-Prinzessinnen, Prinzenpaare – der Adel der närrischen Vereine aus dem nördlichen Rheinland und aus Westfalen.

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Freitagabend war es wieder so weit: ein Treff der Regenten der närrischen Vereine von Nah und Fern. Das alljährliche Prinzentreffen im Schloss Ossenberg, diesmal sogar mit einem kleinen, närrischen Jubiläum. Zum nunmehr 15. Mal trafen sich in der Remise der Schlossanlage Prinzen, Solo-Prinzessinnen, Prinzenpaare, der Adel der närrischen Vereine aus dem nördlichen Rheinland und aus Westfalen. Diesmal waren sogar zwei niederländische Vereine, „De lange Raakers“ aus Doetinchem und „De Klompen“ aus Venlo, nach Ossenberg gereist, waren vom Treffen und der so idyllischen Kulisse begeistert. „So was kennen wir gar nicht, wir kommen nächstes Jahr wieder.“ Das war nicht das einzige Lob der Niederländer.

Um 17.30 Uhr hatten sich die Narren aus 35 Vereinen im Zelt an der Kirchstraße getroffen, in dem ein närrisches Feuerwerk der guten Laune von Sitzungspräsident Ludger Opgenorth und seinem Vertreter Michael Nagel durch das schier endlose Programm bis spät in die Nacht abgeschossen wurde. Denn die Tollitäten waren nicht alleine gekommen, hatten ihre Tanzgarden von Klein bis Groß, ihre Musikgruppen und vor allem viel Freude mitgebracht. Die lange Reihe der Busse im Umfeld des Festzelts an der Kirchstraße zeigte das Interesse am Prinzentreffen, dass vor 35 Jahren in Ossenberg aus der Taufe gehoben wurde.

Viel kopiert wurde es, viele Vereine ahmen es inzwischen in ihrer Heimat nach, doch das Ossenberger, das zeigt die große Teilnehmerzahl, bleibt unübertroffen. Wenn nämlich um 18 Uhr die 35 närrischen Regenten und Paare rüber ins ehrwürdige Schloss kommen, nicht nur eingeladen vom Karneval Ausschuss Gemütlichkeit (KAG), sondern auch vom Herzogspaar, Karen Herzogin von Urach und ihrem Ehemann Wilhelm Herzog von Urach, willkommen geheißen.

Es war wieder mal ein traumhaft schönes Bild, die lange Schlange. Federbewehrte Prinzen mit ihren Prinzessinnen in langen Roben schritten durch das Torgebäude, unvermeidlich kam das „Ah“ uns „Oh“, erblickten sie das Fackel- und Lichtermeer. Hell angestrahlt erhob sich das Ossenberger Schloss vor dem nachtschwarzen Himmel, die urig-knorrigen Bäume auf dem gepflegten Rasen davor schimmerten in rotem Licht. Zur Remise, wo das Ereignis des Jahres vieler niederrheinischer Karnevalisten im jetzt 14. Jahr stattfand, führte ein langer von Fackeln begrenzter Weg. Fast meinte man, über einen roten Teppich zu schweben. Und in der Remise erwartete die eingeladenen närrischen Tollitäten eine tolle Bühne, auf der bereits das Herzogspaar, KAG-Ehrenpräsident Carl Caniels und die 2. KAG-Vorsitzende Angelika Glanz warteten – und natürlich Ossenbergs Prinzessin Bärbel I, die Spontane und die sechsjährige Kinderprinzessin Jolina.

Karen Herzogin von Urach und Wilhelm Herzog von Urach hatten als Hausherren des Ossenberger Prinzentreffens Schloss und Remise nicht nur festlich heraus geputzt. Nachdem es im vergangenen Jahr recht frisch in der Riesen-Remise war, hatten sie noch am Vortag eigenhändig angepackt, große Heizelemente hereinzufahren. Ehrenpräsident Caniels dankte besonders, wandte sich an die Narren: „Ihr könnt alles sagen, nur nicht, dass es kalt ist“, schmunzelte er.

So wurde es um 18 Uhr voll. Prinzen und Prinzessinnen und Gefolge kamen geballt. 35 Tollitäten hatten sich angemeldet, weniger zwar als in den Vorjahren, doch durch die kurze närrische Session mussten viele absagen. Die, die kamen, waren wieder einmal begeistert. „Das wird für viele unvergessen bleiben“, so ein Fahnenoffizier aus Kleve.

Nur am Rande erwähnt und beim Prinzentreff kein Thema blieb die Absage des Orsoyer Rosenmontagszuges. Aber der Bürgermeister erwähnte das in einem Nebensatz. „Karneval macht viel Spaß, wenn man nicht den Karnevalsumzug ausfallen lässt“, so Frank Tatzel, ein Satz, den Paul van Holt, Präsident des 1. OKK Orsoy, wohl mit gequältem Lächeln quittierte. Doch nächstes Jahr geht es wieder weiter, sicher noch toller (obwohl der Prinzentreff kaum noch zu toppen ist): „Dann wird der Ossenberger Karneval 111 Jahre“, so Caniels stolz.

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