Musikfestival

2018 gibt es keine Sommermusik in Xanten

Trotz toller Kulisse – die Besucher bei der Sommermusik blieben aus.

Trotz toller Kulisse – die Besucher bei der Sommermusik blieben aus.

Xanten.   Die geringe Zuschauerresonanz zwingt die Veranstalter dazu, das Konzept zu überdenken. Auch Sponsoren zeigten wenig Interesse. Zukunft ist mehr als ungewiss.

So genannte Zaungäste bei Open-Air-Veranstaltungen gibt es immer. Dass diese jedoch einen eigenen Bierwagen für die Verpflegung fordern, das ist schon dreist. So jedoch geschehen in den sozialen Netzwerken zum Thema Sommermusik Xanten. „Dass Zaungäste auch einen gewissen kulturellen Aspekt haben – gar keine Frage“, sagt Günter vom Dorp, Veranstalter der Sommermusik Xanten. „Aber dass ein Festival von zahlenden Kunden lebt, das dürfte wohl jedem bewusst sein.“

Besucher von Anfang an ausgeblieben

Und eben diese sind von Anfang an mehr oder weniger ausgeblieben. Daher war die dritte Auflage der Sommermusik im Juli in Xanten vielleicht auch die letzte.

Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass es im nächsten Jahr kein Festival geben wird – ob und wie es dann 2019 weiter geht, ist noch Zukunftsmusik. „Die Sommermusik in Xanten ist für uns nicht gestorben“, sind sich die Veranstalter Günter vom Dorp, Dirk Schmidt-Enzmann und Bürgermeister Thomas Görtz einig. „Aber wir müssen für uns schauen, wie es weitergehen kann, dafür ist die Pause ganz gut.“

Konzept muss überdacht werden

Denn die schon bestehenden Schwierigkeiten – nämlich, dass die Sommermusik in Xanten nicht so gut angenommen wird, wie erhofft und wie es in anderen Städten der Fall ist – würden durch die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2018 noch getoppt. „Durch die WM ist es terminlich kaum möglich, Künstler zu buchen, da auch diese im nächsten Sommer Schwierigkeiten haben, allen terminlichen Anfragen zu genügen“, sagt Dirk Schmitz-Enzmann. „Daher haben wir uns entschieden im nächsten Jahr definitiv eine Pause einzulegen.“

Die Zeit würde jedoch dafür genutzt, dass Konzept für Xanten nochmals zu überdenken. Denn leider würden die Xantener sich mit der Sommermusik nicht wirklich identifizieren, „sie ist nicht in den Herzen der Bürger angekommen“, sagt Bürgermeister Görtz. „Was ich persönlich sehr schade finde, denn in anderen Städten kommt das Festival ausgesprochen gut an.“ Wie etwa in Mönchengladbach. Dort seien Tickets in kurzer Zeit vergeben – wenn in Xanten zur gleichen Veranstaltung und zum gleichen Preis 300 Besucher kommen, sind es in Mönchengladbach um die 1000. „Auch am Ticketverkauf haben wir gesehen, dass die meisten Besucher nicht aus Xanten oder dem näheren Umkreis gekommen sind“, sagt vom Dorp. „Woran das liegt? Ich weiß es nicht.“

Nur 4000 statt der erhofften 6000 Besucher

Eine weitere Baustelle sei auch das fehlende Sponsoring. Nur etwa 30 Prozent wären in den letzten Jahren abgedeckt worden. „Um mit einer schwarzen Null dazustehen, fehlen uns noch 70 Prozent alleine im Bereich der Sponsoren“, erklärt vom Dorp. „Hinzu kommen noch die fehlenden Einnahmen durch die geringe Besucherzahl.“ 4000 waren es jetzt im Juli – um ohne Verlust aus der Nummer herauszukommen, bräuchte die Sommermusik mindestens 6000 Besucher.

Warum sich so wenig ansässige Unternehmen mit der Sommermusik identifizieren können, ist den beiden Veranstaltern ein Rätsel. „Wir hatte viele Gespräche mit potenziellen Geldgebern, aber in der Regel stand immer nur die Werbung im Vordergrund“, sagt Schmidt-Enzmann. „Beim Kultursponsoring läuft das aber nicht so – die Künstler gehen doch sofort von der Bühne, wenn sie inmitten von zig Werbebannern auftreten sollen.“ Kultursponsoring laufe eher im Hintergrund und die Geldgeber unterstützen solche Veranstaltungen, weil ihnen ihre Stadt, ihre Region am Herzen liege.

Hoffen auf eine Lösung

Bürgermeister Görtz, Günter vom Dorp und Dirk Schmidt-Enzmann hoffen, dass sich eine Lösung finden lässt. „Vielleicht merken die Xantener nächstes Jahr, dass etwas fehlt und vermissen die Sommermusik“, hofft Görtz. „Denn es braucht auch die Unterstützung der Bürger, dass das Projekt weitergehen kann.“

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