400 jecke Frauen im ausverkauften Ossenberger Zelt

Rheinberg-Ossenberg.   Für Männer ist es verboten, bei der Damensitzung einen Fuß in das Festzelt an der Kirchstraße zu setzen – zumindest bis 22.30 Uhr, wenn das Programm zu Ende gegangen ist. Normalerweise ist nur eine Ausnahme vorgesehen. Es ist ein Nummernboy, der in Ossenberg mehr Textilien am Körper trägt als bei anderen Damensitzungen.

Für Männer ist es verboten, bei der Damensitzung einen Fuß in das Festzelt an der Kirchstraße zu setzen – zumindest bis 22.30 Uhr, wenn das Programm zu Ende gegangen ist. Normalerweise ist nur eine Ausnahme vorgesehen. Es ist ein Nummernboy, der in Ossenberg mehr Textilien am Körper trägt als bei anderen Damensitzungen.

Am Samstagabend gab es eine zweite: Ein „Mädel“, das einen kurzen rosa Tüllrock trug und eine rosa Schleife in ihre Perücke gebunden hatte, stand auf der Bühne. „Es“ begrüßte als Präsident des KAG Ossenberg die Närrinnen zur Damensitzung.

Schließlich ist Sandra Witte, die durch die Damensitzungen des Karnevalsausschusses Gemütlichkeit führt, in dieser Session Prinzessin. Doch kurz nachdem Sandra I. und Kinderprinzessin Chantal I. vom „rosa Mädel“ begrüßt worden waren, übernahm sie die Leitung ihrer Damensitzung, die sie kaum besser hätte meistern können.

Diese Sitzung zählt mit geschätzten 400 Jeckinnen, die ins ausverkaufte Festzelt auf dem Ossenberger Festplatz kommen, zu den großen Damensitzungen im Kreis. In Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort, die als Hochburgen für Damen- und Herrensitzungen gelten, kommen auch nicht mehr. Dafür lassen die Jeckinnen, von denen nur ein Teil aus Ossenberg anreist, das Festzelt stärker vibrieren als die im Klingerhuf in Neukirchen-Vluyn oder die im Festzelt in Kamp-Lintfort.

Am Samstagabend nahmen sie schnell den närrischen Funken an, der schon übersprang, als die „Red Angels“ und die „La Lunas“ Gardetanz vorführten. Sie sahen, warum diese beiden KAG-Tanzgarden bei der Rheinberger Stadtmeisterschaft im November die ersten Plätze in ihren Altersgruppen geholt hatten. Sie genossen den orientalischen Bauchtanz des Gindericher Männerballetts wie den Showtanz der Lollypops aus Duisburg-Hamborn oder die Schau des Gocher Männerballetts.

Neben Tanz ließen sich die Jeckinnen von Musik begeistern. Parodistin Ellen Obier ahmte Rockröhre Tina Turner nach, um die Songs „What’s love got to do with It?“ oder „We don’t need another hero“ zum Besten zu geben. Sie waren gebannt von der musikalisch untermalten Travestieshow der Evergirls. Oder sie ließen sich im Finale von Christian Camper mitreißen, der vor allem Partymusik von Mickie Krause präsentierte, wie „Schatzi, schenk mir ein Foto“, „Nur noch Schuhe an“, „Zehn nackte Friseusen“, „Ich bin solo“ oder „Geh mal Bier holen.“ Da waren die Jeckinnen ganz aus dem Häuschen.

Davon konnten sich die Narren überzeugen, als sie kurz danach das Festzelt betreten durften – aber keine Minute vor dem offiziellen Ende. Sie feierten mit den Jeckinnen bis tief in die Nacht.

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