Brauchtum

70 Jahre Umzug für Sankt Martin in Budberg

Freuen sich auf den Martinszug (von links): Franz Schumacher, Josef Schmitz und Jörg Halbartschlager

Freuen sich auf den Martinszug (von links): Franz Schumacher, Josef Schmitz und Jörg Halbartschlager

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Rheinberg.  Mindestens 470 Kinder folgen am heutigen Montag in Budberg wieder dem „Bischof“ auf dem Pferd. Der Martinszug startet um 18 Uhr. Seit den Anfangsjahren hat sich viel verändert.

Die Martinslaternen waren mit einfachsten Mitteln, aber mit viel Phantasie selbst gebastelt. Erleuchtet wurden sie mit Wachskerzen statt mit LED-Lämpchen – damals, vor 70 Jahren, als erstmals ein Martinszug durch Budberg zog. 215 Kinder haben mit ihren Lampions die Straßen erleuchtet. Das ist der Gründungsniederschrift des Martinskomitees Budberg vom 20. Oktober 1949 zu entnehmen. Vorsitzende waren Heinrich Jansen und Wilhelm Nagels.

„Mit viel Liebe zum Detail werden die Laternen noch heute gebastelt“, berichtet Josef Schmitz vom heutigen Vorstand. „Bei den Schulen hat sogar jede Klasse ein eigenes Laternenmodell im Großformat. Das zeigt an, wo im Zug sich welche Klasse befindet“, freut sich Schmitz, der 32 Jahre an der Spitze des Komitees stand. Vor drei Jahren wurde der Vorsitz an Jörg Halbartschlager übergeben. Zum Vorstand gehört zudem auch Franz Schumacher, seit 36 Jahren. Die Kinder von heute ziehen mit derselben Freude hinter Ross und Reiter her wie ihre Eltern und Großeltern. Einziger Unterschied: Der Zug ist heute mehr als doppelt so groß. Mindestens 470 Kinder folgen dem „Bischof“ auf dem Pferd. Seit den Anfangsjahren hat sich viel verändert: So sind die Sicherheitsanforderungen gestiegen und auch der Inhalt der Martinstüten hat sich gewandelt: Früher wurden Äpfel, Mehl und Eier für die Weckmänner gespendet, es kamen Nüsse hinzu – fertig war die Martinstüte.

Der Weckmann mit Pfeife ist heute noch elementarer Bestandteil. Ofenfrisch in die Tüte, die darüber hinaus mit einer Mischung aus Obst, Nüssen, Süßem und einer Überraschung bestückt wird. Anders als früher gibt es auch Seniorentüten. „Rund 470 Exemplare packen wir für Kinder und rund 120 für Senioren“, erläutert Halbartschlager.

Die Spendenbereitschaft ist hoch

Die Spendenbereitschaft der Budberger ist in all den Jahren gleich geblieben: Alljährlich ziehen Spendensammlerinnen, 23 sind es derzeit, von Tür zu Tür. Sammlerin Maria Hoffmann feiert in diesem Jahr ihr „Silbernes“, sie ist seit 25 Jahren dabei. Auch für die vielen Spender hält der Martinszug zum Siebzigsten eine Überraschung bereit: „Unter ihnen werden zehn Gutscheine für ein Restaurant am Orsoyerberg verlost“, so Halbartschlager.

Der Zug startet auch in diesem Jahr am Montag, 11. November, um 18 Uhr, an der Grundschule am Rheinbogen an der Rheinkamper Straße. Mantelteilung und Feier sind am Marienplatz, Tütenausgabe ist an der Schule.

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