Inklusion

Ärger um Finanzierung der Rheinberger Inklusionshelfer

Immer mehr Kinder haben einen besonderen Förderbedarf. Inklusionshelfer leisten in den Schulen dabei wichtige Arbeit.

Immer mehr Kinder haben einen besonderen Förderbedarf. Inklusionshelfer leisten in den Schulen dabei wichtige Arbeit.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Rheinberg.  Trotz allgemeiner Wertschätzung wurde über die Gelder, die für diese Stellen freiwillig bereitgestellt werden, im Schulausschuss lange diskutiert.

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„Es ist eine unschätzbare Arbeit, die die Inklusionshelfer an den Schulen verrichten. Unser Wunsch, unsere Bitte ist es, dass die Förderung weitergeht“, betonte Gabi Krekeler, Leiterin der katholischen Grundschule St. Peter im Rheinberger Schulausschuss. Es gebe zunehmend mehr Schüler mit Förderbedarf, sagte auch Martin Reichert, didaktischer Leiter der Europaschule. Gespannt beobachteten sie und die Leiter der anderen Rheinberger Grund- und weiterführenden Schulen die Diskussion um die Finanzierung der Stellen.

Unterstützung für Pädagogen

Inklusionshelfer betreuen die Schüler und wirken sowohl präventiv als auch deeskalierend im gesamten Schulalltag mit und ergänzen so die Arbeit der Pädagogen. Insgesamt 13,25 Stellen mit je 19,5 Arbeitsstunden gibt es derzeit an den fünf Grundschulen sowie der Europaschule und dem Amplonius-Gymnasium. Die meisten Stellen (sechs Helfer) arbeiten an der Europaschule, nur vier Wochenstunden gibt es an der Grundschule am Bienenhaus. Je eine halbe Stelle gibt es an der Grundschule am Deich und der Grundschule am Rheinbogen. Je zwei Stellen à 19,5 Stunden wurden an den Grundschulen am Annaberg und St. Peter sowie am Amplonius-Gymnasium geschaffen. Gesamtkosten: Rund 276.150 Euro.

Auf Antrag der Grünen hatte der Rat im vergangenen Jahr die Mittel für den Einsatz von Inklusionshelfern erhöht. Mit diesen zusätzlichen Geldern können derzeit vier Inklusionshelfer mit je 19,5 Wochenstunden zusätzlich eingesetzt werden.

Ob diese zusätzlichen Mittel weiter bereitgestellt werden, sollte in diesem Jahr im Rahmen der Haushaltsplanberatungen neu entschieden werden. Für das Schuljahr 2019/20 war den Maßnahmenträgern bereits die Übernahme der Kosten garantiert worden, so dass der Beschluss sich finanziell auf das Schuljahr 2020/21 auswirkt. Die Verwaltung schlug vor, einen Etat für Inklusionshelfer in Höhe von 187.550 Euro bereitzustellen. „Wir stimmen der Vorlage zu“, sagte Katharina Hötte (CDU).

„Die Rückmeldungen der Schulen sind sehr positiv. Die Kosten sind zwar da, aber es ist eine sinnvolle Maßnahme, mit der wir auch nach außen in Erscheinung treten könnten.“ Neben Rheinberg ist Voerde die einzige Kommune im Kreis Wesel, die freiwillig Gelder für Inklusionshelfer bereitstellt. „Wir haben die Vorlage so verstanden, dass die Gelder zukünftig gekürzt werden sollen“, erwiderte Karin Winkel (SPD).

Vier Stellen würden wegfallen

Nach diesem Beschluss würden Kosten in Höhe von 88.600 Euro eingespart werden. Vier Inklusionshelferstellen mit je 19,5 Stunden würden damit wegfallen. „Wir halten es für sehr wichtig, die Maßnahme vor allem an den Grundschulen so wie bisher weiterzuführen“, so Winkel. Dieser Argumentation schlossen sich die Grünen an.

Herbert Becker (FDP) sieht den Beschluss ebenfalls nicht so negativ wie SPD und Grüne. „Es werden ja weiter Gelder bereitgestellt. Wir sollten der Summe zustimmen und dann kann ein Antrag gestellt werden, dass Geld draufgepackt wird.“ Erich Weisser, Fraktionschef der CDU, sah es ähnlich. „Natürlich würden wir auch gerne für einen größeren Batzen Geld stimmen, dafür müssten wir aber ein anderes Projekt aufgeben oder die Kämmerei müsste noch Gelder finden.“

Ein finaler Beschluss konnte am Mittwoch nicht gefasst werden. Das Thema wird im Rat im Dezember erneut behandelt. Die Verwaltung fragt bis dahin die Schulen, wie hoch der Bedarf an Inklusionshelfern ist.

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