Alles im Fluss

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FILM. Lüttinger drehte in zwei Jahren "Die Wasser der Hees" - und erntet mit dem lehrreichen Werk nur positive Kritiken.

XANTEN-LÜTTINGEN. Die niederrheinischen Wasserläufe haben ihn schon immer interessiert. Doch während seiner Zeit als Chemotechniker und Auditor für Qualität und Sicherheit habe er diesen nicht nachgehen können. Seit Wolfgang Wilhelmi in den Ruhestand gewechselt ist, hat er Zeit - und diese auch prompt genutzt: Wilhelmi hat einen Film gedreht, 50 Minuten lang und überaus lehrreich: "Die Wasser der Hees" ist er betitelt. Im Dezember wurde er fertig und hat nach Aussage des Autors und Regisseurs bislang nur positive Kritiken geerntet.

In jungen Jahren war Wolfgang Wilhelmi ein begeisterter Hobby-Filmer. Doch dann kam das Video mit seinen zunächst sehr beschränkten Möglichkeiten. Der gebürtige Pfälzer gab zwei Jahre nach seinem Umzug an den Niederrhein sein Hobby im Jahre 1964 auf. Vergessen hat er es nicht. Und weil heute die Möglichkeiten der Video-Bearbeitung exzellent sind, begann er im März 2007 mit den Dreharbeiten.

2000 Kilometer geradelt

Wolfgang Wilhelmi fuhr mit dem Rad in die Hees, erkundete die Drusus-Quelle und andere aus dem Berg sprudelnde Wasservorkommen, besah sich Brücken, die teils im Trockenen standen, suchte dazugehörige Bäche und folgte schließlich den Wasserläufen von Hoher, Niedriger und Tacke Ley sowie der Veener Ley, die einst die gleiche Richtung nach Norden nahm, doch dann von Menschenhand hinter dem Stertzenhof umgeleitet wurde und heute östlich in Richtung Winnenthaler Kanal abläuft.

Den durchs Xantener Bruch fließenden Gewässern ging er nach, filmte am Haus Balken den Zusammenfluss von Oberer und Niederer Ley, drehte weitere Filmsequenzen am nun Leybach und später Kalflack heißenden Flüsschen, das schließlich bei Emmerich in den Rhein mündet. 35 Kilometer lang sei der Wasserlauf, 205 Kilometer einschließlich all jener Gräben, die gezogen wurden, um das einstige Sumpfland vornehmlich am Fuße der Hees zu entwässern. Wolfgang Wilhelmi hielt wunderbare Niederrhein-Landschaften in ruhigen Bildern fest, skizzierte so den Artenreichtum von Fauna und Flora.

Doch einen reinen Naturfilm machte er nicht. Der Lüttinger erinnert an das Schicksal der Muna-Mitarbeiter in der Hees, stellt das St. Josef-Hospital vor, den wohl ältesten jüdischen Friedhof am Niederrhein, die römische Geschichte und die an Sehenswürdigkeiten reiche Stadt Xanten, aber auch den Wallfahrtsort Marienbaum und die Legende vom Trappenbaum, der Marienstatue und der wundersamen Heilung. Im weiteren Verlauf von Fluss und Film berichtet er über Kalkar und die nödlich liegenden Dörfer Hanselaer, Till und Huisberden.

Runde 2000 Kilometer hat der Autor auf seinem Rad während der zweijährigen Produktionszeit zurückgelegt. Er reiste nach Köln, um vom dortigen Geodatenzentrum die Erlaubnis zu erhalten, Kartenmaterial in seinem Film verwenden zu dürfen - und hatte Erfolg: "Die Wasser der Hees" werden seither als Werbefilm für die elektronische Kartenreihe Top 50 NRW genutzt, und eine Expertin kam eigens aus Bonn an den Niederrhein - und war begeistert.

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